Marc Thörner ist einer der bei der US-Army "eingebetteten" Journalisten im jetzigen Irakkrieg und hat in den letzten zehn Jahren viele journalistische Reisen unternommen: nach Afghanistan, Marokko, Algerien, Ägypten, Tunesien, Pakistan. Dabei liegt sein Augenmerk auf den Verhältnissen hinter der Bilderwelt des Aktuellen: Wie lebt man unter den Verhältnissen, in die der Krieg auf die eine oder andere Weise eingezogen ist. Seine Reportagen leben von der Unmittelbarkeit der Beobachtung und seiner Kenntnis des Islams.
Wichtige Hilfestellungen zum besseren Durchschauen der komplexen Gemengelagen im allseitigen "War against Terror" hat dieser Reportagenband Rezensentin Renee Zucker gegeben. Denn der Journalist Marc Thönner schreibt darin aus ihrer Sicht ebenso kenntnisreich wie respektlos über Länder und Finanzströme, über bekannte und unbekannte Gesichter des Terrors und seiner Bekämpfung. Liefere aufschlussreiche Einblicke in die repressiven Strukturen einzelner islamischer Länder, die beispielsweise das Geld, dass sie vom Westen für den Kampf gegen den Terror erhalten, lieber in die Unterdrückung ihrer Bevölkerung investieren und so den Islamismus noch förderten. Thönner habe keine Berührungsängste, sei als "embedded journalist" ebenso wie als unabhängiger Reporter weit gereist, wie Zucker anerkennend schreibt, die sich bei aller Information, die das Buch für sie bereithält immer wieder auch an der Ironie erfreut, mit der sich der Autor mancher Frage angenähert hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2008
Höchst aufschlussreich findet Rezensent Nils Minkmar diese Reportagen aus den Zentren des "Kriegs gegen den Terror" von Afghanistan bis Marokko, die Marc Thörner vorgelegt hat. Er hält das Buch für überaus "wichtig", gerade weil seine Botschaft irritierend ausfällt. Gefallen hat ihm, dass sich Thörner nicht als ein weiterer Islamexperte, Orientwissenschafftler und Geostratege geriert, sondern als eine Art "Straßenjournalist" auftritt. Seine Berichte etwa über die Situation in Pakistan oder im Irak, über Koranschüler und junge Frauen in Marokko werfen für Minkmar die zentrale Frage auf, ob die Begrifflichkeiten, mit denen sich der Westen die Konflikte in islamischen Ländern erklärt, wirklich angemessen sind. Bei der Lektüre der vorliegenden Texte gewinnt er eher den Eindruck, dass es sich dabei um zu einfache Kategorien und Oppositionen handelt. Thörners Reportagen lösten die "schlichten Vorstellungen" vom "Krieg gegen den Terror" auf. Besonders deutlich wird für Minkmar, dass die Regierungen von Islamabad bis Rabat nicht wirklich daran interessiert sind, in ihren Ländern Bildung, freie Meinungsäußerung und Zivilgesellschaft zu stärken, sondern die Konflikte mit den Islamisten aufrecht halten, um sich die Unterstützung durch den Westen zu sichern.
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