Guido Steinberg entwickelt eine neue Perspektive auf den islamistischen Terrorismus: regionale, bürgerkriegsähnliche Konflikte werden exportiert und in einen Kampf gegen die USA und den Westen überführt. Die Ideologie der militanten Islamisten und ihre Aktivitäten in ihren Herkunftsländern wie vor allem Saudi-Arabien, Jemen, Ägypten und Algerien stehen hier im Mittelpunkt. Darüber hinaus ist es das erste Buch, in dem die terroristische Karriere des Jordaniers Abu Musab az-Zarqawi - mittlerweile neben Usama Bin Laden der weltweit meistgesuchte Terrorist - beschrieben wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2006
Stefan Luft findet Guido Steinbergs Buch über den islamistischen Terrorismus überaus aufschlussreich. Besonders die Analyse der regionalpolitischen und internationalen Zusammenhänge des Terrorismus hat ihn überzeugt. Er würdigt Steinbergs Schilderung der Entwicklung islamistischer Gruppen in Afghanistan seit der Besetzung durch die Sowjetunion 1979, der Terrorkarriere Usama bin Ladens und der Internationalisierung seines Netzwerks Al Qaida. Überaus fundiert scheinen Luft ferner Steinbergs Darstellung der Schaltstellen des Terrors in Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien, Jemen und Algerien. Abschließend bescheinigt Luft dem Autor, mit seinem Buch zu einem "vertieften Verständnis" des islamistischen Terrorismus beizutragen.
Viel Neues, schickt Jochen Bittner seiner Besprechung dieses Buches vorweg, erzählt Gudio Sternberg nicht, doch er erzählt Vieles neu. Und das hat den Rezensenten letztlich überzeugt. Der Islamwissenschaftler und ehemalige Referent im Kanzleramt lege bei seiner Erklärung des islamischen Terrorismus die Betonung darauf, dass sich dessen Aktionen nicht zuvörderst gegen den Westen richte, sondern auch gegen die "Apostaten" im Nahen und Mittleren Osten, berichtet Bittner, gegen das saudische wie das jordanische Königshaus oder die säkulare Regierung Ägyptens. "Think local, act global", bringt es Bittner auf den eingängigen Punkt. Auch dass Steinberg al Qaida weniger als Organisation denn als "ideologische Zentralstelle" schildert, die per Video und Internet Blaupausen für den 'führerlosen Widerstand' liefert, findet Bittner erhellend. Ein wenig ermüdet hat ihn Steinbergs Hang zum Detail, vermisst hat er auch einige zukunftsweisende Überlegungen, ansonsten kann Bittner das Buch jedoch empfehlen.
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