George Wyland, der heute in der Schweiz lebt, hat die Memoiren seiner ersten 24 Lebensjahre geschrieben. So erleben wir Flucht und Exil aus der Perspektive eines aufgeweckten Kindes und jungen Mannes, dessen unerschütterlichem Optimismus ein Scheißkerl wie Hitler nichts anhaben kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003
Geschichten aus Amerika, dem Zufluchtsort des alten Europa, hat Rezensent Volker Breidecker in diesem Erinnerungsbuch des Wieland-Herzfelde-Sohns George Wyland gefunden. Aus dem Vornamen seines Vaters habe er sich seinen amerikanischen Nachnamen gebastelt, den amerikanisierten Vornamen habe er von George Grosz, dem besten Freund seines Vaters übernommen. Was Breidecker über das Buch schreibt, klingt nicht nach tiefsinniger, sondern anrührender Lektüre: einfache, alltägliche, kunstlose Geschichten hat dieser Mann, der auch als Schlittschuhläufer, wie wir lesen, sein Auskommen suchte, hier erzählt. Für den Rezensenten gleichen sie oft Schlittschuhläufen auf dünnem Eis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2003
Für "Erinnerungsliteratur" gibt es nur zwei Berechtigungen, meint Andreas Platthaus, entweder ist der sich Erinnernde berühmt, oder er hatte ein interessantes Leben. George Wyland-Herzfelde gilt ihm als Beispiel für die "Wechselwirkung zwischen beiden Faktoren". Wyland- Herzfelde besitze als Sohn des Malik-Verlegers Wieland Herzfelde einen gewissen "Prominentenbonus" und verbrachte mit "Flucht vor den Nazis, dem Exil in Prag und Amerika, ideologisch gesteuerten Reisen nach Sowjetrussland und schließlich der Einbürgerung in den Vereinigten Staaten" ein ohne Zweifel spannendes Leben. Auch seien Autobiografien, "die mitten im Geschehen abbrechen", nicht immer die schlechtesten. Trotzdem ist der Rezensent nicht zufrieden mit dem autobiografischen Werk Wyland-Herzfeldes: zu "egozentrisch" und als Biograf des Vaters "zu rücksichtsvoll" sei der Autor, um noch irgendetwas Unbekanntes zu Tage zu fördern. "Die episodische Struktur" des Werkes sei nicht gut gewählt und die Bilderauswahl "kleinlich", mäkelt Platthaus. Nur vereinzelt konnten den Rezensenten "simple, bewegende Passagen" bei der Lektüre "doch begeistern".
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