Vom biblischen Ideal der Ehelosigkeit bis zur gesetzlichen Verpflichtung des Priesters zum Zölibat durch das 2. Laterankonzil (1139) vergingen Jahrhunderte. Das Zölibatsgesetz gilt noch heute in der katholischen Kirche, obwohl es zu allen Zeiten auch heftiger Kritik ausgesetzt blieb. Wie wurde das Gesetz fixiert? Wie wurde es motiviert? Wie im Verlauf der Jahrhunderte realisiert?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2016
Als Steilvorlage für Bischöfe liest Bernhard Lang das "wohlinformierte" und in der Frage des Zölibats klar Gegenpartei ergreifende Buch des Historikers Georg Denzler, erstmals erschienen 1993, nun aktualisiert. Der Autor kann ihm nicht nur deutlich machen, dass ein Bestehen auf dem Zölibat nie berechtigt war, sondern, wie auch der Priestermangel damit zusammenhängen könnte, möglicherweise sogar die Pädophilie in den Reihen des Klerus befördert. Wie Denzler "seiner Kirche" mit theologischen und historischen Argumenten, alle Register ziehend die Unangemessenheit der Verpflichtung zur Ehelosigkeit im Klerus nachzuweisen versucht, führt laut Lang zu einem eindeutigen Befund: Sogar das Neue Testament positioniert sich eher gegen das Zölibat.
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