Aus dem Französischen von Ute Kruse-Ebeling. Ein offener Brief an Tiere? Sie können ihn nicht lesen. Aber wir sollten es tun - und Antworten geben auf Fragen, die sich für uns stellen: Warum behandeln wir Menschen die Tiere so schlecht? War das schon immer so? Was sagen die Weltreligionen und die großen Denker Descartes, Montaigne oder Darwin dazu? Wie unterscheidet sich überhaupt der Mensch vom Tier? Und was können wir tun, um das Miteinander von Mensch und Tier gerechter und harmonischer zu gestalten?
Lenoirs "Brief" ist kein radikales Pamphlet, sondern ein Buch, das aus Philosophie, Religion, Geschichte und Biologie schöpft und mit zahlreichen Anekdoten aus dem Leben des Autors (und seiner Haustiere) jedem Leser Anknüpfungspunkte bietet. Es geht darin nicht um eine Rückkehr in ein längst verlorenes Paradies. Es geht darum, unsere heutige Welt so sanft und so nachhaltig wie möglich mit der der Tiere zu versöhnen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2019
Claudia Mäder macht den fleischfreien Montag seit der Lektüre von Frederic Lenoirs Manifest von 2017. Der jetzt auf Deutsch vorliegende, an uns Menschen adressierte Text des Soziologen erinnert Mäder daran, wie unser Verhältnis zu den Tieren begann, wie es sich entwickelte und wie schizophren es ist. Wenn der Autor seinen Appell zu mehr Mitgefühl mit Tieren damit begründet, dass unsere Spezies als einzige in der Lage ist, moralisch zu denken und zu handeln, kann Mäder gut folgen.
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