Franz Rueb

Rübezahl spielte links außen

Erinnerungen eines Politischen
Cover: Rübezahl spielte links außen
Edition 8, Zürich 2009
ISBN 9783859901506
Gebunden, 240 Seiten, 21,80 EUR

Klappentext

Der Autor erinnert sich an seine Jugend als Heimkind, zuerst unter der Fuchtel katholischer Nonnen, dann im evangelischen Kinderheim, tyrannisch geführt von einem "Jünger Pestalozzis", der die Anstalt als einträgliche Fabrik für Kinderarbeit betreibt. Rueb beschreibt eine Hölle selbstgerechter, schwarzer Pädagogik in beklemmender Bildhaftigkeit. Der junge Rueb ist rebellisch, einer, der sich nicht fügen will und immer wieder Nischen zum Widerstand findet. Fussball zum Beispiel. Der sagenhafte Rübezahl, der Berggeist, bewegt seine Fantasie, wird zu seinem geheimen Verbündeten, seinem zweiten Ego. Er erfindet eigene Rübezahl-Geschichten und unterhält damit die Heimzöglinge. Erzählen als eine Form von Widerstand. So schafft er sich seinen Ruf und einen neuen Namen - Rübezahl. Er wird ihm sein Leben lang bleiben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2009

Begeistert spricht Sten Nadolny über Franz Ruebs Erinnerungen. Dürfe er nur einen Satz schreiben, so würde er die Vaterlandsliebe von Rueb als das "Anrührendste" benennen. Aber Nadolny darf mehr schreiben, und so bejubelt er Ruebs Erzählkunst, die nie langweilt, sondern zärtlich und boshaft sei, aber immer passend. Die Erinnerungen reichen von der Kindheit in den 30er Jahren bis 1970, als Rueb nach Berlin ging. Der Autobiograf beachte nicht die Chronologie der Zeit, aber gerade das gefällt Nadolny: Er fühlt sich jemandem gegenüber sitzen, der in weinseliger Stimmung rekapituliert, dabei nie pedantisch und nie oberflächlich wird. Seine Entwicklung von einem wie ein Sklave behandeltes Heimkind zum politischen Querkopf erzähle Rueb mit einer Sprachmacht, die ihn zu einem "Prachtpferd von Autor" mache, lobt der Rezensent.

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