Friedhelm Boll untersucht in diesem historischen Essay die Frage, welche Bedeutung die parteieigenen Medien für die SPD im Verlauf ihrer mehr als 140-jährigen Geschichte hatten. Sein Ergebnis: Die SPD-Presse sicherte ihren wichtigsten Repräsentanten seit August Bebel wirtschaftliche und geistige Unabhängigkeit und schützte sie auf Grund finanzieller Erfolge vor Abhängigkeit von Großspendern und vor Korruption; außerdem trug sie entscheidend zur innerparteilichen Demokratie und Meinungsvielfalt bei. Das für ihre rechtliche Ausgestaltung entwickelte Treuhändersystem war juristisch zwingend, politisch sinnvoll und wirtschaftlich angemessen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2002
Der seine kurze Kritik mit "ale" zeichnende Rezensent erkennt in dem Buch, das sich mit der Beteiligung der SPD an Medienunternehmen beschäftigt, eine klare "apologetische Absicht". Zwar stimmt er dem Autor zu, der darauf besteht, dass juristisch nichts gegen eine Minderheitenbeteiligung der SPD an Radiostationen und Zeitungen "einzuwenden" ist. Auch, dass diese Praxis dem "Meinungspluralismus im Medienbereich" dient, lässt der Rezensent unwidersprochen. "Heikel" allerdings findet er, dass die Leser und Hörer zumeist gar nichts von der politischen Einflussnahme "im Hintergrund" mitbekommen.
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