Im Jahr 1968 umwehte der Geist der Revolution auch den jungen Ulrich Roski. Nach dem Motto "Jedem seine K-Gruppe" beschloss er, sich lautstark für die "KPM" zu engagieren. Die Begeisterung war zunächst groß, bis die Kommilitonen erfuhren, was es mit der KPM auf sich hatte: Mit der altehrwürdigen "Königlichen Porzellan Manufaktur" war kein neuer Staat zu machen. Roski verirrte sich auch mehr aus Verlegenheit auf eine Veranstaltung des Berliner RCDS. Der Charme des "folkloristischen Vereins" mit dem humorlosen Eberhard Diepgen an der Spitze war nur von begrenzter Anziehungskraft. So genoss der frankophile Roski fortan die Revolution mehr im privaten Bereich. Ulrich Roski streift in seiner Autobiographie seine Begegnungen im studentenbewegten Berlin, die ersten Erfolge als Liedermacher und den Versuch, endlich erwachsen zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.10.2002
Richard David Precht ist ziemlich berührt von dieser Autobiografie des zu Unrecht völlig vergessenen Sängers Ulrich Roski und nennt ihn den "Helge Schneider der siebziger Jahre". Der Rezensent hält den Sänger schlichtweg für zu begabt und zu originell, als dass er seinen kurzen, an den damaligen Zeitgeist angebunden Ruhm künstlich hätte in die Länge ziehen können. "Roskis gelassene Heiterkeit" ist von der Art "wie sie wohl nur Melancholiker hervorbringen" und zieht sich als roter Faden durch diese Autobiografie, schreibt Precht. Sie sei ebenso "Kennzeichen fast aller seiner Lieder". Etwas schwach findet Precht die Musik, die der Sänger in den 1980er Jahren produzierte, bevor er an Zungenkrebs erkrankte und seine Karriere beendet war. Doch das wirft nicht wirklich einen Schatten "auf seine großen Jahre", die ihn in den Augen des Rezensenten zu einem der "wenigen deutschen Unsinnspoeten von Rang nach 1945" machten.
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