Franz Mehring, Mitstreiter von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, veröffentlichte seine Marx-Biografie 1918 zum ersten Mal. Schon die Ankündigung, diese Biografie zu erarbeiten, stieß kurz vor dem Ersten Weltkrieg auf die scharfen Proteste von Karl Kautsky und N. Rjasanow, die Mehring Marxfeindschaft vorwarfen. Mehring wehrte sich gegen diese Kritik und erklärte, er habe die Beziehungen Lassalles und Bakunins zu Marx, unter gänzlicher Missachtung der Parteilegende, nach den Geboten der geschichtlichen Wahrheit dargestellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2002
Lange Zeit waren die Theorien von Marx aus der Mode, jetzt erleben sie im Kontext der Globalisierungskritik ein kleines Comeback, berichtet Werner Bührer. Der Essener Verlag Arbeiterpresse, auf trotzkistische Literatur spezialisiert, hat die Gelegenheit genutzt und eine Biografie über Marx herausgebracht, die Franz Mehring verfasst hat. Auf dem neuesten Stand der Forschung ist das Buch des marxistischen Historikers deswegen natürlich nicht, denn zuerst ist es 1918 erschienen, informiert der Rezensent. Viel Platz räume der Autor vor allem den "politischen Händeln" zwischen verschiedenen Akteuren der Arbeiterbewegung ein, ihm ging es wohl, hat Bührer erkannt, hauptsächlich um den "Gebrauchswert" des Bandes. Dass diese Biografie stark "pathetisch-heroisierende Züge" hat und etwas "antiquiert" anmutet, erscheint dem Rezensenten doch recht selbstverständlich.
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