Frank Spieker erforscht und würdigt den Einfluss Hermann Höpker Aschoffs auf die Entstehung der Finanzverfassung des Grundgesetzes aus juristischer Sicht. Die historische Tradition deutscher Finanzverfassungen, Höpker Aschoffs Wirken im Parlamentarischen Rat und die Interventionen der Alliierten haben die Finanzverfassung des Grundgesetzes wesentlich geformt. Sein besonderes Verdienst ist die Durchsetzung einer finanziell starken und unabhängigen Bundesgewalt. Der Autor analysiert ferner das Wirken Hermann Höpker Aschoffs als Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Trotz seiner kurzen Amtszeit hat er Ansehen, Stellung und das noch heute gültige Selbstverständnis des Gerichts beeinflusst. Dies belegen die Statusfrage und das erste grundlegende Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Finanzverfassung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2004
Bei diesem Buch handelt es sich um eine juristische Dissertation, warnt Rudolf Morsey, doch behandele der Verfasser sein sperriges Material nüchtern und präzise, schließlich seien finanzpolitische Zusammenhänge per se schwierig zu erschließen. In diesem Fall personifiziert sich die Materie in Hermann Höpker Aschoff, der schon für die DDP im Preußischen Landtag saß, von 1925 bis 1931 sogar Finanzminister war und nach 1945 als Mitglied des Parlamentarischen Rates die Finanzverfassung des Grundgesetzes entscheidend mitgestaltet hat. Nach dem Krieg gehörte Höpker Aschoff der FDP an, erklärt Morsey, weshalb er 1949 nicht Bundesfinanzminister werden konnte. Als Vorsitzender des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages trug er aber, so Morsey, maßgeblich dazu bei, zwischen den Interessen der Fraktionen sowie des Bundes auf der einen Seite und den Vorgaben der Siegermächte, die auf Länderhoheit setzten, einen Ausgleich und tragfähigen Kompromiss zu finden. Die finanztechnisch komplizierten Zusammenhänge würden von Spieker kompetent erläutert, so der Rezensent, 26 im Anhang abgedruckte Quellentexte ergänzten die "sachlich ergiebige Darstellung".
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