Mitten im Ersten Weltkrieg begann Max Weber, sich energisch für die Zentralisierung der parlamentarischen Kontrolle über die Staatsfinanzen einzusetzen. Seine fundierten Kenntnisse der "politischen" Ökonomie und Finanzsoziologie kamen ihm dabei zugute. In den Jahren 1918/19 verurteilte er sowohl neue Formen der Ausbeutung als auch alten Reichtum, sozialistische Revolutionäre und reaktionäre Feudalherren und plädierte stattdessen für eine steuerbasierte Republik. Sein Aktivismus prägte alle seine späten Schriften, wie diese Neuinterpretation zeigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2026
Rezensent Reinhard Blomert schätzt die "wertvolle, neue" Perspektive auf Max Weber im Buch des Sozialwissenschaftlers Sebastian Huhnholz. Inwieweit Weber sich auch mit Ökonomie befasste, belegt der Band laut Blomert mit Texten Weberns aus der Zeit kurz vor seinem Tod. Die Kommentierung im Band verteidigt Weber laut Blomert gegen den Vorwurf "protofaschistische" Ideen zu nähren, kritisiert aber auch, dass Weber keine ökonomischen "Strukturanalysen" zur Nachkriegswirtschaft liefert. Dem Band hätten historische Hintergrundinformationen gut gestanden, findet der Rezensent.
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