Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.04.2014
Ein bisschen zu dick aufgetragen findet Charlotte Theile diesen Roman von David Safier bisweilen. Dass der Autor seiner jugendlichen Heldin etwas zu viel zumutet, wenn er sie als Opfer durch die Hölle des Warschauer Ghettos ziehen und zugleich als aufmüpfigen Teenie von heute erscheinen lässt, liegt für Theile auf der Hand. Lebendig, unterhaltsam und spannend findet sie Miras Geschichte dennoch. Dem riesigen Anspruch, einen Spannungsroman über den Holocaust zu schreiben, mit einer Identifikationsfigur für junge Leser, einer echten Heldin, die auf SS-Männer schießt und mit ihrer kleinen Schwester hadert, wird der Autor laut Rezensentin jedoch nur bedingt gerecht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2014
David Safiers neuer Roman "28 Tage lang" ist gleich in zwei Verlagen erschienen, informiert Rezensent Tilman Spreckelsen: einer richte sich an ein jugendliches, der andere an ein erwachsenes Publikum. Der Kritiker folgt hier dem fünfzehnjährigen jüdischen Mädchen Mira, die bei der Räumung des Warschauer Ghettos 1942/43 um ihr Überleben kämpft. Safier, der auch als Drehbuchautor oder mit Romanen wie "Jesus liebt mich" berühmt wurde, erzähle hier auf beklemmende und intensive Art und Weise, wie moralische Fragen im Überlebenskampf neu bewertet werden müssen. Der Rezensent muss jedoch gestehen, dass ihm Safiers Sprache bisweilen allzu überdeutlich und flach erscheint. Nichtsdestotrotz hat einen großen Roman von "tragischer Wucht" gelesen, der gekonnt zwischen Historie und Fiktion changiert.
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