Uri Orlev

Lauf, Junge lauf

(Ab 12 Jahre)
Cover: Lauf, Junge lauf
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2004
ISBN 9783407809254
Gebunden, 232 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Mit einem Nachwort von Uri Orlev. Jurek ist ungefähr neun, als ihm die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt und er sich bis zum Ende des Krieges allein durch die Wälder schlägt. Er erlebt Unglaubliches, trifft Menschen, die ihm helfen, und solche, die ihn verraten werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.05.2004

Cathrin Kahlweit ist von diesem Jugendbuch, das die abenteuerliche Flucht des kleinen Juden Srulik vor den deutschen Soldaten und verräterischen polnischen Landsleuten schildert, beeindruckt und gefesselt. Was das Buch so "lesenswert" macht, sind die vielen überraschenden Wendungen in dieser Fluchtgeschichte, in der selten "das Erwartete" passiert, so die Rezensentin angetan. Bei seinen Schilderungen verlasse sich der israelische Autor Uri Orlev ganz auf die Kraft der Ereignisse und vermeide es, die Gefühlswelt seiner Hauptfigur auszuloten, betont Kahlweit, die deshalb in dem Erzähler eher einen "Chronisten als einen Literaten" sieht. Und auch wenn die meisten jungen Leser diese Geschichte wohl vor allem als "Abenteuerroman" lesen werden, so ist es bei aller Spannung auch eine "Ode auf das Leben und die Menschlichkeit", so die Rezensentin abschließend berührt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.03.2004

Klaus Doderer zeigt sich von dieser Geschichte des israelischen Autors Uri Orlev, der die Flucht des jüdischen Jungen Srulik in Polen vor den Nazis schildert, richtiggehend "erschüttert". Es ist ein "spannendes" Jugendbuch mit einem "imponierenden" Helden, der trotz der feindlichen Umwelt und seines schwierigen Überlebenskampfs die Hoffnung nicht aufgibt, erklärt der Rezensent. Ihn beeindruckt die "karge" Erzählweise, die dennoch sehr "dicht und packend" wirke, und er weist auch auf die gelungene Übersetzung von Miriam Pressler hin, die "geschickt den Stil der nüchternen Tatsachenreihung" überträgt, wie Doderer lobt. Dass der Schluss des Buches "Raum für Versöhnung" lässt, ohne dem Schicksal Srulik seinen "Schrecken" zu nehmen, findet der Rezensent tröstlich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.03.2004

Als spannendes Mahnwerk empfiehlt Günter Kunert Uri Orlevs Jugendroman, der den Überlebenskampf eines jüdischen Jungen schildert, der aus dem Warschauer Ghetto geflohen ist und sich allein, ohne seine Familie durchschlagen muss. Detailliert und nüchtern erzähle Orlev die Geschichte, wobei er es der Phantasie des Lesers überlasse, sich die Angst und Not des acht- oder neunjährigen Kindes auszumalen. "Orlevs Buch ist keine heitere Unterhaltung", stellt Kunert klar. "Nicht allein, dass ihm ein irrwitziges System die Kindheit geraubt hat, es hat ihn ebenso um seine Eltern gebracht, um Verwandte und Bekannte, um seine gewohnte Umwelt, in der er sich heimisch zu fühlen vermochte." So eigne sich dieses Buch nicht nur, um die Erinnerung daran wach zu halten; es helfe "mit dieser Vergangenheit leben zu lernen, sie als Ereignis anzusehen, das sich niemals wiederholen darf", erklärt Kunert.
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