Die Krise zeigt, wie unbedacht es war, einem heterogenen Wirtschaftsraum eine Einheitswährung zu verordnen, ohne ihn politisch zu einen. Die Eurozone ist nun gespalten in Gewinner und Verlierer. Der Süden ächzt unter dem verheerenden Spardiktat, rechtspopulistische Kräfte machen im Norden mobil. Wir haben es mit einer Krise des Krisenmanagements zu tun: Die Technokraten in Brüssel haben kein demokratisches Mandat, während nationale Regierungen andere Ziele verfolgen als das europaweite Gemeinwohl.
Claus Offe kartografiert die Zwickmühlen, in denen die EU steckt. Er plädiert für eine gemeinsame Wirtschafts- und Sozialpolitik, die die Bürger für Europa gewinnen und das Gefälle in der Eurozone abflachen könnte.
Mit Claus Offes neuem Buch hat Rezensent Thomas Assheuer eine ebenso kluge wie analytisch "brillante" Abrechnung mit der EU gelesen. Er folgt hier zunächst einem endlosen Sündenregister, in dem der Politikwissenschaftler beispielsweise ausführt, dass die EZB vollkommen "entpolitisiert" sei und die demokratische Souveränität immer weiter verletze. Und doch plädiert Offe nicht für den Ausstieg aus dem Euro, erklärt der Kritiker, der hier liest, dass die Rückabwicklung der EU die Handlungsmacht zerstöre, die gebraucht werde, um Krisenherde wie Terrorbekämpfung, Energie und Klima in den Griff zu kriegen. Eine Lösung sieht Offe in einer Rettung der Bevölkerung durch massive Umverteilung und eine entschiedene Sozialpolitik, erklärt Assheuer zustimmend.
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