Luuk van Middelaar

Vom Kontinent zur Union

Gegenwart und Geschichte des vereinten Europa
Cover: Vom Kontinent zur Union
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783518425688
Gebunden, 608 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Jacob Jansen. Euro-Krise, "Flüchtlingskrise", "Brexit" - die EU befindet sich an einem historischen Scheideweg. Nachdem es jahrzehntelang den Anschein hatte, die "Verwirklichung einer immer engeren Union der Völker Europas" sei nur eine Frage der Zeit, stellen unvorhergesehene Ereignisse die Logik der Integration infrage. Nationale Interessen rücken in den Vordergrund, das Ringen um gemeinsame Lösungen wird immer verzweifelter. Beginnend mit dem 18. April 1951, als die Vertreter der sechs Gründerstaaten im französischen Außenministerium am Quai d'Orsay den Vertrag über die Errichtung der Montanunion unterzeichneten, schildert van Middelaar die wichtigsten Etappen - und Krisen - auf dem Weg vom Kontinent zur Union.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Ein echter Glücksfall, freut sich Rezensent Thomas Kirchner: Luuk van Middelaar verfüge über Erfahrungen als EU-Politiker, Journalist und Wissenschaftler und sei damit geradezu berufen, aus gleich drei naheliegenden Perspektiven über Europa zu schreiben, beziehungsweise diese zu einer umfassenden zu bündeln. Wer dem nahe kommen will, was Europa im Wesenskern ausmacht, ist somit bestens beraten, zu diesem "herausragenden Buch" zu greifen, ermuntert Kirchner in seiner geradezu ansteckend begeisterten Rezension. In dem Buch, so führt er weiter aus, geht es schlaglichtartig um die wichtigsten Episoden der Erfolgsgeschichte, wie aus einer Handvoll Nationen, die gerade noch im Krieg miteinander lagen, eine Gemeinschaft hervorgeht, die an sich und über sich hinauswächst. Zwar ist es Europa nicht geglückt, zu einem eigenen, vereinten Staat heranzuwachsen - und Kirchner ist sich mit van Middelaar einig, dass dieser Weg auch künftig versperrt sein wird. Doch auch die permanente "Vorhölle" der Staatenbildung sei kein Unglück, sondern von hohem Wert - solange Europa auch künftig auf Disruptionen reagieren könne und als Schutzraum seiner Bürger diene.
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