Johannes Becker, Clemens Fuest

Der Odysseus-Komplex

Ein pragmatischer Vorschlag zur Lösung der Eurokrise

Klappentext

Was hat der Euro mit griechischer Mythologie zu tun? Ganz einfach: Wie Odysseus dem Klang der Sirenen, so haben die EU-Mitgliedstaaten der Verführungskraft neuer Schulden zu widerstehen. Im Rahmen der aktuellen Politik werden sie jedoch immer wieder schwach. Der neue Chef des ifo Instituts, Clemens Fuest, und der Ökonom Johannes Becker fesseln die Eurozone an den Mast. Sie schlagen einen Weg vor, der die demokratische Kontrolle der Staaten stärkt, diese bindend verpflichtet und die Währungsunion damit weniger krisenanfällig macht. Denn trotz Flüchtlingskrise und Terrorangst: Unsere größte Sorge sollte nach wie vor der wirtschaftspolitischen Struktur Europas gelten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2017

Finanzexperte werden ihre Freude haben an Wolfgang Streecks Polemik gegen die Anti-Eurokrisen-Rezepte von Johannes Becker und Clemens Fuest. Alle anderen müssen sich durchbeißen. Wenn wir Streek richtig verstehen, dann fordern die beiden Ökonomen wieder mehr Eigenverantwortung für die einzelnen Euro-Länder in Finanzfragen und wollen dafür die Kompetenzen der Europäischen Zentralbank und des Europäischen Rats stutzen, um so Deutschland aus der Umklammerung der Südländer zu befreien. Streek liest das wie eine Tischvorlage für Finanzminister Schäuble, dem die Vorschläge wahrscheinlich gefallen dürften. Streeck selber hält von ihnen genauso wenig von von Mario Montis monetärem Neo-Keynesianismus. Für ihn ist die Währungsunion ein Desaster, dem man lieber früher als später ein Ende setzen sollte.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2017

Rezensentin Lisa Herzog hat an Johannes Beckers und Clemens Fuests Buch mit Vorschlägen zur Lösung der Euro-Krise einiges auszusetzen: Wenn die beiden Ökonomen ausführen, dass bei der Konstruktion der Euro-Zone Haftung und Verantwortung nicht genügend in Einklang gebracht wurden und dies durch "glaubwürdige Selbstbindung", etwa mit besserer Bankenregulierung, Regeln zur Staatenrettung und einem klaren Mandat der EZB geändert werden müssen, vermisst sie neben keynesianischen Ansätzen auch Überlegungen zur sozialen Gerechtigkeit. Überhaupt erscheint es der Kritikerin, als ob die beiden Autoren "idealisierte Technokratie" mit realer Politik vergleichen würden. Nicht zuletzt fragt sich Herzog, warum das Buch "Der Odysseus-Komplex" heißt: Odysseus binde sich selbst, während Becker und Fuest ihre Annahme ausführten, dass es noch kein europäisches Volk gebe, dass sich selbst binden könne, erklärt sie.