Luuk van Middelaar

Das europäische Pandämonium

Was die Pandemie über den Zustand der EU enthüllt
Cover: Das europäische Pandämonium
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518127636
Kartoniert, 202 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke. Die Rhetorik des bevorstehenden Untergangs begleitet die Union freilich seit mindestens einem Jahrzehnt - und erwies sich doch stets als stark übertrieben. Der Eindruck der Dauerkrise, so Luuk van Middelaar, verdankt sich einer Metamorphose von der Regel- zur Ereignispolitik: Statt stiller Technokratie ist Improvisationsfähigkeit gefragt. Da Corona die Körper alle Bürgerinnen und Bürger bedroht, wird Europa zu einer öffentlichen Angelegenheit. Und die EU realisiert, dass sie sich zwischen China und den USA selbstbewusst positionieren muss.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.06.2021

Rezensentin Sieglinde Geisel schätzt die Mischung aus analytischer Distanz und Insiderperspektive in Luuk van Middelaars Buch über die EU in der Pandemie. Kenntnisse des Autors aus seiner Beratertätigkeit für die EU fließen in den Text ein, wenn der Autor die Transition von der Regelpolitik zur Ereignispolitik in der EU beschreibt, erkennt Geisel. Lebendig ist das Buch aber auch, stellt sie fest. Das liegt am Gespür des Autors für Bilder und Dramaturgie, meint Geisel.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.06.2021

Rezensent Christoph Schäfer lernt die EU als Bulldozer kennen. Dass sie als Antrieb Krisen - wie die Eurokrise, Trump oder Corona - benötigt, vermittelt der Historiker und Philosoph Luuk van Middelaar in seinem Essay dem Rezensenten glaubhaft. Das Buch ist für Schäfer Analyse und Vision in einem, Analyse der europaweit geteilten Ängste, Vision der EU als einer politisch engagierten Schicksalsgemeinschaft. Der Autor tritt ihm als scharfer Kritiker wie als zutiefst europäischer Denker entgegen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2021

Rezensent Thomas Speckmann kennt schon Luuk van Middelaars Theorem vom Übergang von der Regel- zur Ereignispolitik. Wenn der Historiker unter dieser Prämisse Corona und die Folgen für die EU untersucht, verspricht sich Speckmann Erkenntnisse - und wird nicht enttäuscht. Das Läuternde der Krise sieht der Autor sowohl im öffentlichen Aufruhr als auch in der gemeinsamen Erfahrung. Besonders der zweite Buchteil, in dem Autor über Corona hinaus nach den praktischen Erkenntnissen aus der Krise fragt, erscheint Speckmann aufschlussreich. Dass die zukünftige Weltordnung eine multipolare sein und Europa Ereignis(welt)politik betreiben muss, wie der Autor feststellt, findet der Rezensent jedenfalls nachvollziehbar.

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Karl Ove Knausgard. Arendal - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Karl Ove Knausgard: Arendal
Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…