George Soros ist einer der legendärsten und umstrittensten Investoren unserer Zeit. Während er für seine erfolgreichen Finanzgeschäfte und sein philanthropisches Engagement von vielen bewundert wird, kritisieren ihn andere als Krisengewinnler und rücksichtslosen Spekulanten. Durch seine Biographie ist Soros eng mit Europa verbunden, wie kaum ein Zweiter steht sein Lebensweg für die Ambitionen und Schwierigkeiten des europäischen Projekts, das sich in der schwersten und längsten Krise seit seinen Anfängen befindet. Aufgewachsen in Ungarn, hat Soros als Überlebender des Holocausts früh erfahren, was Krieg bedeutet und weshalb Friedenssicherung einen so zentralen Pfeiler der europäischen Einigungsidee darstellt. Im Gespräch mit Gregor Peter Schmitz äußert sich Soros umfassend über seine Verantwortung als Investor sowie die Chancen und Risiken der aktuellen Krise für die Europäische Union.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2014
"Ein zögerliches Ja" ruft der ehemalige Wirtschaftsweise Rufolf Hickel dem Finanzjongleur zu, dem er zugesteht, sein Spekulantenwissen in eine politisch vernünftige Argumentation umzumünzen. Nach einiger Distanzierung von Soros' profitablem Tun, kann Hickel ihm eigentlich auf ganzer Linie folgen. Er stimmt Soros zu, wenn dieser die Gründungsfehler der Währungsunion offenlegt, die ja zum Dagegen-Spekulieren gereadezu eingeladen hätten, und er meint wie Soros, dass Merkel aus diesen Gründungsfehlern zu wenig gelernt habe. Die Konsequenz aus der Eurokrise müsse eben sein, dass die Risiken auf alle Schultern verlegt werden, dass nicht einzelne Staaten die ganze Last tragen und dass Deutschland - im wohlverstandenen Eigeninteresse - als großzügiger Hegemon agiere.
George Soros ist der Lieblingsspekulant der Linken. Wenn er nicht gerade mit seinen Wetten ganze Währungsräume in den Abgrund treibt, dann spendet er seine Millionen für die offene Gesellschaft, der Demokratiebewegung in Osteuropa, linken Gruppen in den USA oder einer Kampagne zur Liberalisierung von Marihuana. Offenbar spekuliert er nun nicht mehr gegen den Euro, denn sein neues Buch liest sich deutlich freundlicher und optimistischer als der Vorgänger über das "Finanzchaos", wie Hannes Koch informiert. Stattdessen propagiert Soros jetzt sein Ideal von einem sozialdemokratischen Europa unter Führung des "freundlichen Hegemons" Deutschland. Koch ist im Großen und Ganzen einverstanden mit dem, was Soros zur Lage in Europa so alles schreibt, aber angesichts von Soros' großem Irrtum während der Eurokrise bleibt er ein bisschen auf Distanz zu dem Autor.
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