Chen Jianghong

An Großvaters Hand

Meine Kindheit in China (Ab 6 Jahre)
Cover: An Großvaters Hand
Moritz Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783895652103
Gebunden, 80 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Der vielfach ausgezeichnete Illustrator Chen Jianghong beugt sich über die eigene Vergangenheit. Auf 80 großformatigen Seiten blättert er uns seine friedvolle Kindheit im Norden Chinas auf: Großmutter kocht, näht und zieht Küken auf. Seine große Schwester ist taubstumm und bringt ihm Zeichnen bei, doch besonders prägend ist für ihn der Großvater. Aber dann ruft eines Tages Mao, der große Führer, die Kulturrevolution aus. Propaganda und Gewalttaten sind die Folge, Erinnerungsstücke und Bücher müssen verbrannt werden. Die Roten Garden demütigen auf offener Straße Intellektuelle und Landbesitzer. Und dann, mit acht Jahren, wird auch Chen ein kleiner Rotgardist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2009

Elisabeth Hohmeister ist sehr berührt von den Kindheitserinnerungen des heute in Paris lebenden Illustrators Chen Jianghong. Geboren wurde Chen in den frühen sechziger Jahren im Norden Chinas und hat demzufolge als Kind die Kulturrevolution erlebt. Die wird in seinem Buch allerdings auf einer einzigen Doppelseite dargestellt, im Rest des Buches überwiegt eine private Sichtweise, die nach Meinung der Rezensentin in eine "großartige Bildsprache" verpackt wird. Besonders von der Ausdrucksstärke der Augen, die die "Innenwelten der Menschen" darstellen, ist die Rezensentin beeindruckt. Vorwiegend geht es um seine Familie, vor allem seinen Großvater, an dessen Seite er als Kind die Welt kennengelernt hat. Auch die "sensibel" von Tobias Scheffel übersetzte Sprache gefällt Hohmeister.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.11.2009

Kein versöhnliches Kinderbilderbuch ist das, aber eines mit eigentümlicher Sogwirkung, findet Rezensentin Susanne Messmer. Sie weiß, dass gute chinesische Kinderbücher rar sind. Chen Jianghong zählt laut Messmer zu den wenigen preiswürdigen Autoren auf diesem Gebiet. Wie der in Paris lebende Autor und Illustrator in diesem autobiografischen Buch von seiner Kindheit in China und von der Kulturrevolution in seinem Land erzählt, so erklärt uns die Rezensentin, ermögliche er es auch uns, trotz aller Fremdheit sowohl die düsteren als auch die zauberhaften Seiten der Kulturrevolution zu begreifen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009

Es dauert ein wenig, bis Andreas Platthaus in Fahrt kommt - erst umreißt er die Eckdaten der Kulturrevolution, dann vergleicht er die deutsche mit der französischen Originalausgabe - aber dann spart er nicht an Lobpreisungen für dieses Bilderbuch: "An Großvaters Hand" sei das "persönlichste, spannendste und weiseste" Buch des in Paris lebenden Zeichners Chen Jianghong. Ganz lapidar erzählt Chen Jianghong darin von seiner Kindheit zur Zeit der Kulturevolution, die ihm nicht nur die Bücher, die Bilder und die Haustiere nahm, sondern auch den Vater und Großvater. Wie er als Rotgardistenknirps dem politischen Terror und dem Leid der Erwachsenen völlig ratlos gegenüberstand. Wie er in der Schule indoktriniert wurde. Und wie er als Achtjähriger Chefredakteur einer Wandzeitung wurde. Für Platthaus ganz klar ein "Meisterwerk".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.10.2009

In ihrem enthusiastischen Porträt des chinesischen Buchkünstlers und Malers Chen Jianghong stellt Rezensentin Susanne Mayer auch sehr knapp dessen autobiografisches Bilderbuch "An Großvaters Hand" vor. Der seit 1987 in Paris lebende Verfasser schildert darin seine von Armut, der kunstfeindlichen Kulturrevolution und den liebevollen Großeltern geprägte Kindheit, lässt die Rezensentin wissen, wobei sie nicht verrät, dass es sich um ein Kinderbuch in Form einer Graphic Novel handelt. Aber sie informiert, dass Jianghong dafür den Luchs-Preis von Zeit und Radio Bremen bekommen hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2009

Kann man die Schrecken der Kulturrevolution in einem Kinderbuch darstellen? Rezensentin Angelika Overath scheint damit kein Problem zu haben. Der 1963 in Tianjin geborene und seit 1987 in Paris lebende Zeichner Chen Jianghong zeigt das ganze aus der - stark autobiografisch gefärbten - Perspektive eines Kindes, erklärt sie in ihrer kurzen Kritik. "Hautnah" erlebe man den Einbruch totalitärer Gewalt in den beschaulichen Alltag eines kleinen Jungen, der darauf so zwiespältig reagiert, wie das wohl Kinder überall tun würden: Er ist stolz auf sein rotes Tuch und unglücklich, wenn seine Nachbarin, die wie er gern Mozart hört, schikaniert wird.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.09.2009

Als "Glanzstück künstlerischen Zusammenspiels" feiert Rezensent Tilman Spengler diese bebilderte Autobiografie des seit 1987 in Paris lebenden chinesischen Autors und Malers. Das Buch erzähle knapp und lakonisch von einer Kindheit während der Kulturrevolution. Umso reicher falle die Bebilderung aus, die aus Sicht des Rezensenten den Comic mit den Holzstichen der Ming-Zeit, Pop-Art mit der Lithografie der Zwanziger Jahre höchst fruchtbar miteinander verbindet. Der Rezensent preist auch die Detailliebe dieser Zeichnungen, ihre höchst emotionale Konzentration auf den kleinen Rotgardisten im Zentrum und den befremdlichen Wandel um ihn herum. Ein Buch, über das sich fasziniert die ganze Familie beugen könne, schreibt der Rezensent über dieses Kinderbuch auch.