Bruno Preisendörfer

Als unser Deutsch erfunden wurde

Reise in die Lutherzeit
Cover: Als unser Deutsch erfunden wurde
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783869711263
Gebunden, 496 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Martin Luther lag erst ein gutes Jahr in der Wittenberger Schlosskirche im Sarg, als im Frühling 1547 von den Türmen seiner alten Predigtkirche, der Stadtkirche St. Marien, die Aufbauten von den Türmen genommen wurden. Auf die freigemachten Plattformen sollten Kanonen gehievt werden, mit denen man die Landsknechte Karls V. vom Sturm auf die Stadt abhalten wollte. Letztendlich wurde die Stadt friedlich übergeben; Wittenberg wurde nicht geplündert. Luthers Leichnam wurde nicht aus dem Grab geholt und verbrannt, um noch posthum die Reichsacht an ihm zu vollstrecken - obwohl es Stimmen gab, die dies forderten. Die Türme bekamen neue Spitzhelme - und erst ein halbes Jahrtausend später (bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1910) fand man eine von Philipp Melanchthon handschriftlich verfasste Chronik der Zeit - einer Zeit, die bewegter, aber (für Deutschland) auch zukunftsformender kaum hätte sein können. Bruno Preisendörfer schaut Luther und vielen seiner Zeitgenossen über die Schulter, wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.08.2016

Stephan Speicher erfährt aus Bruno Preisendörfers Lesebuch zur Kulturgeschichte der Reformationszeit pralle Fakten. Wie das Frühneuhochdeutsche sich herausbildet, lernt er, wie die Theologie auf die Sexualität wirkte, der Kapitalismus auf das Leben und was der Hunger anrichtete. Dem Untertitel seines Buches wird der Autor laut Rezensent gerecht. Er schreibt unterhaltend, abwechslungsreich und lässig belehrend, seinen eigenen Vorlieben großzügig Raum gebend, meint Speicher. Die originalsprachlichen Quellenzitate haben dem Rezensenten Spaß gemacht und Preisendörfers Interpretationen auch. Das Leben um 1500 ist uns ganz schön fremd, schließt Speicher.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.08.2016

Stephan Speicher erfährt aus Bruno Preisendörfers Lesebuch zur Kulturgeschichte der Reformationszeit pralle Fakten. Wie das Frühneuhochdeutsche sich herausbildet, lernt er, wie die Theologie auf die Sexualität wirkte, der Kapitalismus auf das Leben und was der Hunger anrichtete. Dem Untertitel seines Buches wird der Autor laut Rezensent gerecht. Er schreibt unterhaltend, abwechslungsreich und lässig belehrend, seinen eigenen Vorlieben großzügig Raum gebend, meint Speicher. Die originalsprachlichen Quellenzitate haben dem Rezensenten Spaß gemacht und Preisendörfers Interpretationen auch. Das Leben um 1500 ist uns ganz schön fremd, schließt Speicher.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2016

Wolfgang Krischke ist voll des Lobes für Bruno Preisendörfers Arbeit über die Lutherzeit. Nicht nur den Ernst und die Wucht von Religion begegnen ihm in dem "schön" aufgemachten Band, vor allem das Leben in der frühen Neuzeit, die Architektur, das Soziale, Kleiderordnung und Krankheiten, Wissenschaft, das Kinderkriegen und das Sterben fesseln den Rezensenten durch die plastischen Schilderungen des Autors. Wenn Preisendörfer die Quellen sprechen lässt, kann Krischke dem Frühneuhochdeutschen gerade so folgen. Umso eingängiger sind ihm die Brückenschläge von der damaligen politischen und gesellschaftlichen Realität ins Heute, die dem Autor laut Rezensent ohne bemühte Aktualisierungen gelingen. Und auch wenn der Autor manchmal auf Luther schimpft, das Buch mit seinem hilfreichen Anhang kann Krischke nur empfehlen.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 02.07.2016

Bruno Preisendörfer geht nach seinem Buch über die Goethezeit noch ein wenig weiter zurück in die Vergangenheit, in die Zeit Luthers, "Als unser Deutsch erfunden wurde", wie der Titel verkündet, erklärt Matthias Heine. Preisendörfer wollte ein Panorama jener Zeit liefern und es ist ihm gelungen, freut sich der Rezensent. Von Tischsitten über Wirtschaft, Mode, Hochkultur bis Klatsch und Tratsch ist alles vertreten und auf so anschauliche wie unterhaltsame Weise zusammengefasst, lobt Heine. Dass sich auch damals schon Politik überm Bier nach der Kirche ereignete, rückt für den Rezensenten Luthers Zeit allerdings näher an die unsere als ihre Sprache. Die klingt in den zahlreichen Zitaten oft noch ziemlich fremd, findet Heine.