Volker Mantey

Zwei Schwerter - Zwei Reiche

Martin Luthers Zwei-Reiche-Lehre vor ihrem spätmittelalterlichen Hintergrund
Cover: Zwei Schwerter - Zwei Reiche
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2005
ISBN 9783161485855
Gebunden, 334 Seiten, 84,00 EUR

Klappentext

Nach wie vor besteht Unbehagen, eine evangelische Verhältnisbestimmung von Kirche und Staat mit Hilfe von Luthers Zwei-Reiche-Lehre vorzunehmen. Das liegt unter anderem auch daran, dass Luthers historische Voraussetzungen bislang nicht hinreichend untersucht wurden. Volker Mantey schließt diese Lücke, indem er sich der spätmittelalterlichen Traditionsgeschichte der Zwei-Reiche-Lehre Luthers widmet. Dies geschieht anhand einer Analyse der Zwei-Schwerter-Lehre ab 1300, wie sie für das Verhältnis von Staat und Kirche maßgeblich war. Sie wurde sowohl verwendet, um den päpstlichen Anspruch auf weltliche Oberhoheit zu untermauern, als auch, um sich gegen den Papst abzugrenzen und eine weltliche Eigenständigkeit zu behaupten. Der Autor stellt Luthers Zwei-Reiche-Lehre vor ihrem spätmittelalterlichen Horizont dar. Dabei zeigt sich, in welchem Verhältnis der Reformator sich theologisch zwischen Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham positioniert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2005

"Viel zu lernen" gebe es in Volker Manteys Studie über Luthers sogenannte "Zwei-Schwerter-Lehre", meint Hermut Löhr. Er fragt sich aber, ob der Platz ausreicht für die doch recht ambitionierten Ziele des Autors. Mantey verortet Luthers Gedanken in der mittelalterlichen Philosophie und setzt dafür schon Anfang des 14. Jahrhunderts bei der päpstlichen Bulle "Una sanctam" ein, in der Bonifaz VIII. die geistliche wie die weltliche Herrschaft für die Kirche reklamierte. Viel Stoff also, der nach dem Geschmack des Rezensenten "entschieden zu eilig" verdaut wird. So behaupte Mantey erst 40 Seiten vor Schluss und recht "überraschend", Luther habe Augstinus' Unterscheidung zweier Reiche und die Zwei-Schwerter-Lehre gleichzeitig studiert. Hier hätte sich Löhr einen "gründlicheren Nachweis" gewünscht. Und auch die weitere Diskussion des Themas durch Luther nach 1523 habe der Autor zu unkritisch wiedergegeben.