Emma Herwegh: Sie verkehrte und korrespondierte mit Marx, Feuerbach, Heine, Bakunin, Lassalle und anderen, sie zog in Männerkleidern in die Revolution von 1848 und sie schickte Revolutionären Feilen ins Gefängnis, sie war das Zigarren rauchende Zentrum ihrer Salongesellschaften. In zahlreichen farbigen Anekdoten tauchte diese Frau bisher am Rande der Biografie ihres Gatten Georg Herwegh auf, dem Dichter des Jungen Deutschland. Wer war diese Frau? Zu ihrer Zeit wurde Emma Herwegh geliebt und gehasst, bewundert und beschimpft. Aus dieser Stimmenvielfalt, vor allem aber aus ihren eigenen Tagebüchern und den unzählige Briefen in alle Welt gestalten die Autorinnen ein ausgesprochen lebendiges Bild dieser außergewöhnlichen Frau und ihrem Versuch, ihr emanzipiertes Leben und traditionelle Weiblichkeit auf einen Nenner zu bringen. Ergänzt wird es durch Dokumente wie die berühmten Brautbriefe und andere, teilweise unveröffentlichte Texte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2000
Das Leben der Schriftstellerin und politischen Kämpferin Emma Herwegh bietet reichlich Stoff für Legenden. Heroisch und kämpferisch, emanzipiert und aufopfernd zugleich habe sie sich über sämtliche Konventionen ihrer Zeit hinweggesetzt. Das zeige auch die facettenreiche dokumentarische Biographie der beiden Basler Historikerinnen Barbara Rettenmund und Jeanette Voirol, findet die Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger. Anhand von Tagebüchern und Briefen sowie von zeitgenössischen Artikeln und einschlägiger Literatur sei ein lebendiges Porträt eines extraordinären Frauenlebens entstanden. Die Rezensentin bemängelt aber, dass man von der Fülle des etwas unübersichtlich aufbereiteten Materials verwirrt werde. Eine schlicht lineare Erzählweise und eine Zeittafel im Anhang hätten das verhindern können, meint sie.
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