Der Geheimdienstchef holte aus seiner Tasche ein Scheckheft und legte es auf den Tisch. Dabei sah ich, dass er unter der Jacke einen Revolver trug. 'Davon können Sie unbegrenzt Gebrauch machen', sagte er mit einem viel deutigen Lächeln. Ich merkte, wie meine Sinne außer Kontrolle gerieten. Ich griff an die Tischkante und kippte den Tisch auf den General. 'Du Bastard', schrie ich, 'wir sind nicht käuflich.' Ich sprang zur Tür."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.11.2011
Aus Bahman Nirumands Autobiografie lässt sich laut Angela Schader nicht nur einiges über das Leben in zwei Kulturen lernen, sie spiegelt auch erhellend, wie sich in der Auseinandersetzung mit deutscher und iranischer Politik und Gesellschaft Ideale und Überzeugungen ändern. Nirumand kam als Schüler nach Deutschland, engagierte sich gegen den Schah, begeisterte sich für die 68er und die iranische Revolution, um sich rückblickend wieder zu distanzieren, teilt die Rezensentin mit. Defätistisch sei diese Lebensgeschichte aber ganz und gar nicht, versichert Schader, die ihr im Gegenteil sogar etwas Aufrüttelndes zuspricht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2011
Angetan zeigt sich Rudolph Chimelli von Bahman Nirumands Autobiografie "Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste". Er rekapituliert den Lebensweg des Autors zwischen Persien, Deutschland und dem Iran, berichtet von dessen Kindheit als Sohn des ersten Adjudanten des Schahs, von der Schulzeit in Stuttgart und dem Studium in München, Tübingen und Berlin. Besonders geht er auf Nirumands Engagement in der 68er-Bewegung ein, die Kontakte zu Rudi Dutschke, die Freundschaft mit Ulrike Meinhof. Das Buch bietet auch eine Reihe von Analysen, von denen Chimelli die Passagen über die Unterschiede von Musik, Architektur, Kunst und Literatur in Orient und Okzident besonders hervorhebt. Sein Fazit: eine "faszinierende Autobiografie".
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