Aus dem Englischen von Rita Seuss. Als Roya Hakakian, jüngstes Kind einer jüdisch-persischen Intellektuellenfamilie, zwölf Jahre alt ist, wird der Iran von einer revolutionären Woge erfasst, die jahrtausendealte persische Monarchie stürzt, Teheran ist zunächst erfüllt von Aufbruchstimmung und Optimismus. Mit offenen Augen geht die junge Roya durch die Straßen ihrer Heimatstadt, erlebt diese Zeit des Umbruchs und versucht, die Ereignisse zu verstehen. Sehr schnell stellt sie fest, dass im Land neue, radikale Stimmen den Ton angeben. Das Konterfei Chomeinis prägt zunehmend das Bild der Stadt, schwarz verhüllte Frauen übernehmen in den Schulen das Kommando und zwingen den Schülerinnen den Schleier auf, die Zensur des Schahs wird durch die Zensur der Ayatollahs ersetzt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.10.2008
Angela Schader stellt zwei Bücher vor, die vom Schicksal iranischer Juden erzählen. In "Bitterer Frühling" berichtet die 1966 in Teheran geborene Roya Hakakian von ihrer Jugend vor und nach der Islamischen Revolution. Wenn sich die Rezensentin auch am mitunter allzu auftrumpfenden Ton der Autorin stört, so zeigt sie sich andererseits von der Darstellung sehr beeindruckt, weil sie viele Informationen über das Leben der Juden im Iran vermittelt. Insbesondere die Zeit um die Revolution gewinnt für Schader ihre erschreckende Kontur. Eindrücklich macht die Autorin deutlich, dass schon zu Zeiten der "Liberalisierungsmaßnahmen" des Schahs das Leben von Juden in Iran nicht unproblematisch war. Genauso klar streiche Hakakian zudem heraus, dass es um die Stellung der Frau bei Moslems und Juden gleichermaßen schlecht bestellt war, so Schader beklommen.
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