Yousef und Mohanad, zwei Brüder aus Syrien, haben es geschafft. Ein Jahr lang sind sie nun in Deutschland. Antonie Rietzschel hat sie von Anfang an begleitet: Sie hat dabei erlebt, was passiert, wenn Debatten um Flüchtlinge und Willkommenskultur auf das echte Leben treffen. Wie wird man Teil der deutschen Gesellschaft? Wie lebt man weiter, wenn die Familie noch immer im Kriegsgebiet ist? Die Brüder erzählen, wie sie um das Bleiberecht kämpfen mussten, Unterstützung bekamen und den Rechtsruck erlebten. Dabei sprechen sie nicht nur für sich selbst. Denn was als Ausnahmezustand begann, wird unsere Gesellschaft nachhaltig verändern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2016
Felix Simon kann den Eindruck des hastigen Geschriebenseins bei diesem Buch der Journalistin Antonie Rietzschel verkraften. Ebenso verteidigt er die relative Nähe der Autorin zu den von ihr geschilderten Geschehnissen und zu den beiden Protagonisten, einem syrischen Brüderpaar. Immerin fügt die Autorin ihrem empathischen Bericht über die Erfahrungen im Einwanderungsland Deutschland zusätzliche Informationen und einen "Faktencheck" zur Flüchtlingsthematik im Anhang hinzu, erklärt Simon. Den von Bangen und Hoffen geprägten Alltag in Flüchtlingsunterkünften, Sprachkursen und Behörden kann ihm die Autorin wenngleich nicht neutral, so doch plastisch vor Augen führen.
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