Die neutrale Schweiz, über Jahrzehnte hinweg sicherer Hort für illegale Vermögen und Geschäftsabschlüsse, spielte auch im Überlebenskampf der maroden DDR eine zentrale Rolle. Im Auftrag der SED-Führung organisierten Stasi-Agenten und Kaufleute zusammen mit westlichen Partnern in der Schweiz Technologieschmuggel, Embargohandel, Schwarzmarktgeschäfte und Finanzdeals. Bislang unzugängliche Akten der Schweizer eidgenössischen Bundesanwaltschaft und des dortigen Nachrichtendienstes dokumentieren bis ins Jahr 1990 die Beobachtung ostdeutscher Geschäftsleute und Stasi-Mitarbeiter. Zusammen mit Akten aus dem Stasi-Archiv zeigt sich zugleich, welche DDR-Machenschaften verborgen blieben. Der Band beleuchtet die enge Zusammenarbeit westlicher Geheimdienste und wirft die Frage auf, warum trotz des umfangreichen Wissens um illegale DDR-Geschäfte niemand eingriff - eine Frage, die auch heute angesichts von Wirtschaftsbeziehungen mit zweifelhaften Regimes hochaktuell ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2016
Hermann Wentker erfährt aus dem Buch des Journalisten Andreas Förster einiges über die Aktivitäten der Stasi in der eidgenössischen Schweiz und deren Abwehrmethoden. Es geht um Spionage und vor allem um Technologieschmuggel, erklärt Wentker, der die locker aufgereihten Geschichten um einzelne Personalien ("Techno-Bandit Nr. 1"!), Nummernkonten und eine vom Autor so gezeichnete paranoide Schweiz zwar unterhaltsam findet, aber nicht abschließend oder umfassend genug für ein Gesamtbild. Das Buch scheint ihm eher eine "wohlfeile" Abrechnung mit dem Schweizer Staatsschutz zu sein.
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