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Albrecht Hagemann

Hermann Rauschning

Ein deutsches Leben zwischen NS-Ruhm und Exil
Cover: Hermann Rauschning
Böhlau Verlag, Wien - Köln - Weimar 2018
ISBN 9783412511043
Gebunden, 645 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Das Leben Hermann Rauschnings liest sich wie eine Achterbahnfahrt durch das extreme 20. Jahrhundert: als Senatspräsident der Freien Stadt Danzig zählte er zu den prominenten Nationalsozialisten, bis ihn sein Bruch mit Hitler zu dessen Todfeind machte. Er floh ins Exil in die Schweiz, nach Frankreich, England und schließlich in die USA. Seine Bücher "Die Revolution des Nihilismus" und "Gespräche mit Hitler" wurden Bestseller, auch wenn diese Gespräche so nie stattgefunden haben. Nachdem der Versuch eines politischen Comebacks nach dem Zweiten Weltkrieg scheiterte, ging er zum zweiten Mal und endgültig ins Exil in die USA, von wo aus er sich bemühte, die politische Entwicklung in Deutschland publizistisch zu beeinflussen. Anhand bislang weithin unbekannter Quellen erschließt die Biografie von Albrecht Hagemann die Höhen und Tiefen eines Lebens, das exemplarisch für die Zerrissenheit und Abgründigkeit der Epoche zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik steht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2018

Rezensent Eckhard Jesse hält Albrecht Hagemanns Biografie über den Musikhistoriker Hermann Rauschnig für überfällig. Die "Irrungen und Wirrungen" im Leben des Konservativen Rauschnig vermag ihm Hagemann chronologisch und unter Verzicht auf Hagiografisches wie auf Denunziatorisches abzubilden. Auf ein Epochengemälde und auf eine nähere Beschäftigung mit dem Werk verzichtet der Autor laut Rezensent, ebenso auf Spekulationen, etwa über Rauschnigs Beitritt zur NSDAP. Hagemanns Fixierung auf die Person scheint laut Jesse letztlich gut zu funktionieren.