Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort von Oliver Lubrich. Aus dem Englischen von Johanna von Koppenfels. Ende 1931 traf die bekannte amerikanische Journalistin Dorothy Thompson (1893-1961) Adolf Hitler in Berlin zum Interview. Ihr aus dieser Begegnung hervorgegangenes Buch "I Saw Hitler!" (1932), in dem sie den zukünftigen Diktator Deutschlands als die Karikatur des 'Kleinen Mannes' beschreibt, führte nach der Machtergreifung dazu, dass die Autorin spektakulär aus Deutschland ausgewiesen wurde. Im Anschluss an die deutsche Erstausgabe "Ich traf Hitler!", die 2023 bei DVB erschien, versammelt der Band "Das Ende der Demokratie" die Reportagen aus den Jahren 1931 und 1932, in denen Dorothy Thompson hellsichtig und verblüffend aktuell anmutend zugleich den Untergang der Weimarer Republik und die Durchsetzung der NS-Diktatur beschreibt. Ihre Texte erschienen als illustrierte Serie in der auflagenstarken amerikanischen Zeitschrift "Saturday Evening Post" und werden hier erstmals seit ihrem Erscheinen wieder zugänglich gemacht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2025
Rezensent Alexander Gallus empfiehlt die Reportagen der Journalistin Dorothy Thompson aus der Saturday Evening Post der Jahre 1931 bis 1932. Zu erfahren ist, was die zeitdiagnostisch begabte Autorin am Ende der Weimarer Republik in Deutschland erkennt und analysiert - lebendige Künste hier, soziale Ängste dort. Wie die Autorin solche Widersprüche mit historischer, ökonomischer und psychologischer Kenntnis nüchtern durchdringt, findet Gallus stark. Die Texte taugen als Zeitdokumente wie als Parabel für heute, glaubt Gallus. Ausgewählt und laut Gallus dankenswerterweise "kundig" eingeordnet werden die Reportagen vom Germanisten Oliver Lubrich.
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