Jörg Friedrich

Jörg Friedrich, geboren 1944, hat sich seit den siebziger Jahren intensiv mit Fragen des Kriegsrechts und der Aufarbeitung der NS-Verbrechen befasst. 1982 erschien sein erstes Buch "Freispruch für die Nazi-Justiz" bei Rowohlt. In diesem Buch wie auch im folgenden, das 1984 unter dem Titel "Kalte Amnestie" im Fischer Verlag erschien, befasste sich Friedrich mit der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Bundesrepublik, u.a. mit dem Majdanek-Prozess. In beiden Büchern bezog er eine kritische Position zu der aus seiner Sicht unzureichenden juristischen Verfolgung der NS-Verbrechen.
1993 erschien Friedrichs "Das Gesetz des Krieges" im Piper Verlag. In diesem tausendseitigen Werk befasst sich Friedrich mit den Wehrmachtsverbrechen im Russlandkrieg 1941-1945 und mit der juristischen Aufarbeitung dieser Verbrechen im Nürnberger Prozess gegen das Oberkommando der Wehrmacht.
Neben seinen Buchpublikationen ist Friedrich auf vielfältige Weise publizistisch tätig und hat sich immer wieder zu aktuellen Problemen des Kriegsrechts zu Wort gemeldet, unter anderem zu den Balkankriegen der 90er Jahre und zur Wehrmachtsausstellung. Er produzierte zahlreiche Rundfunksendungen, u.a. für den Berliner SFB. Zusammen mit dem Publizisten und Historiker Alexander Kluge hat er mehrere Fernsehprogramme produziert, die sich ebenfalls mit Fragen des Zweiten Weltkriegs, des Kriegsrechts, der NS-Verbrechen und des alliierten Luftkriegs gegen Deutschland befassten. Friedrich lebt als freier Autor in Berlin.