9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Digitalisierung

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.06.2026 - Digitalisierung

Der Digital Services Act (DSA) ist derzeit wirkungslos, weil die großen Onlineplattformen die darin festgelegten Transparenzpflichten unterlaufen, erklärt im Gespräch mit der FAZ Simon Mayer, Leiter eines Forscherteams aus Informatikern der Schweizer Universität, der Universität Lausanne, der Universität Maastricht und des London Open Data Institute, das die Kontroll- und Datenkonzentration auf den Plattformen messen soll: "Die Plattformen setzen Abwehrprogramme ein, die unabhängige Überprüfung erschweren. Darüber hinaus fehlen genau jene Daten, die für Rechenschaftspflicht am wichtigsten wären. Moderierte Inhalte - also die, die entfernt wurden, weil sie gegen Regeln verstießen - sind vollständig ausgeblendet. Genau dort aber liege der Schlüssel zur Überprüfung, ob Plattformen ihrer Verantwortung tatsächlich nachkommen, so Mayer." Seine Forschungsgruppe "hat drei Forderungen an die Gesetzgebung: Sie sollte genauer definieren, wie 'Transparenz' ausgestaltet sein muss. Plattformen müssen Mechanismen anbieten, die es Nutzern erlauben, die Kontrolle über das Nutzungserlebnis zurückzuerlangen. Und die Kontrolle muss deutlich verstärkt werden."

Im Interview mit Netzpolitik erklären Sebastian Marg und Tom Jennissen von der Digitalen Gesellschaft, was sie an dem neuen Sicherheitspaket 2.0 der Bundesregierung kritisieren: Zu den umfangreichen neuen Befugnissen für BKA, Bundespolizei, Staatsanwaltschaft, Zoll und das BAMF "gehören der biometrische Abgleich mit Daten aus dem Internet und die umfassende Datenanalyse, also der Einsatz einer Software, wie sie Palantir anbietet. Dazu müssten gigantische Referenzdatenbanken erstellt werden. Außerdem sollen personenbezogene Daten auch zum Training von KIs verwendet werden. Es ist ein frontaler Angriff auf die Grundrechte, zusammen gedacht so etwas wie die Atombombe unter den Ermittlungsmaßnahmen. Der Bundesrat will dennoch noch weiter gehen und dazu auch noch Echtzeit-Fernidentifizierung mit reinnehmen. Und parallel durchläuft ja gerade das Gesetz zur IP-Vorratsdatenspeicherung das Parlament. ... Sollte denen tatsächlich erlaubt werden, das gesamte Internet als Fahndungsdatenbank zu verwenden, dann wäre das das Aus für die Anonymität. Dann kann man sich nicht mehr im öffentlichen Raum bewegen, ohne Gefahr zu laufen, auf einem Foto zu landen, das von der Polizei als Fahndungsmittel genutzt wird. Das ist krass dystopisch." Am Samstag findet in Berlin eine Demo gegen das Überwachungspaket statt, zu der die Initiative "Sicherheit ohne Überwachung" aufruft.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.06.2026 - Digitalisierung

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Der Soziologe Florian Butollo hat gerade das Buch "Das knappe Gut Arbeit" veröffentlicht, in dem er warnt, dass Digitalisierung und KI-Revolution keineswegs die Lösung für Fachkräftemangel, sondern "Vorbote eines viel substanzielleren Trends" sind. Was meint er damit, will Peter Laudenbach in der SZ wissen. In den kommenden Jahren werden dem Arbeitsmarkt Millionen Menschen fehlen, prognostiziert Butollo - und die KI-Revolution werde zusätzlich mehr Wissensarbeit machen: "Wenn etwa mit Hilfe generativer KI ein Text oder Computercode entsteht, sind es Menschen, die die KI einsetzen. Sie müssen wissen, welche Modelle sie verwenden, wie sie Prompts verfassen, um adäquate Ergebnisse zu erreichen. Sie müssen diese Ergebnisse der KI bewerten und einordnen. Das ist nicht trivial. Für gute Ergebnisse braucht es Kompetenzen und oft auch viele Überarbeitungsschleifen. Es gibt natürlich Jobs, bei denen KI vieles beschleunigt. Aber auch das macht den Gesamtaufwand an Arbeit nicht unbedingt kleiner."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.05.2026 - Digitalisierung

KI im Krieg macht das Töten einfacher, man geht "dabei keinerlei persönliches Risiko ein. Das senkt die Hemmschwelle", warnt im Interview mit der Zeit der Militärforscher Frank Sauer, der der Bundesregierung dennoch empfiehlt, "mehr in KI zu investieren", denn eine politische Regulierung automatischer Waffensysteme sei nicht in Sicht: "Aufgrund der angespannten geopolitischen Lage gibt es dafür in den nächsten Jahren keine Chance. Die Großmächte investieren kein politisches Kapital in Rüstungskontrolle. Bestehende Regelwerke erodieren, neue Themen werden gar nicht erst adressiert. Ein entscheidender Unterschied zu früheren Waffentechnologien ist zudem, dass diese neuen Technologien nicht in staatlichen Händen sind - wie es bei Kernwaffen der Fall ist. Ihre Ausbreitung lässt sich daher nicht kontrollieren. Die Innovation kommt aus zivilen Unternehmen wie Alibaba oder OpenAI. Software und KI-Modelle sind offen, jeder kann sich bedienen und etwas zusammenbauen. Zugespitzt gesagt: Kernwaffen zählen ist einfach, Rüstungskontrolle für Waffenautonomie ist schwer. Wir werden erst mal einen Rüstungswettlauf erleben."

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Wir haben es nicht mit Künstlicher Intelligenz zu tun, sondern mit "lernfähigen Maschinen", erklärt die Soziologin Elena Esposito im Zeit-Online-Interview mit Carlotta Wald. "Diese Maschinen, etwa die Chatbots, sind so effektiv, nicht weil sie gelernt haben, uns zu imitieren, sondern weil sie gelernt haben, an unserer Kommunikation teilzunehmen. Sie tun dies, indem sie die ihnen zur Verfügung stehenden Materialien verarbeiten, ohne sie verstehen zu müssen. Was wir als Intelligenz missverstehen, ist die Fähigkeit, Informationen zu liefern, die jeder Nutzer auf eigene Weise weiterverarbeiten kann, das heißt, die Fähigkeit, zu kommunizieren. (...) Viele fürchten, dass die KI uns isolieren wird. Das muss nicht sein. Wir werden vermutlich immer noch kommunizieren, nur auf andere Art und Weise und über andere Dinge. Es wird nicht mehr nötig sein, mit Leuten zu kommunizieren, um zu wissen, wann der Bus kommt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.05.2026 - Digitalisierung

In den USA ist der Widerstand gegen KI und Rechenzentren keineswegs allein eine Domäne linker Gruppen, beobachtet der Politologe Andreas Busch auf der "Gegenwart"-Seite der FAZ. Zu den Skeptikern zählt er einerseits Steve Bannon, andererseits Bernie Sanders. Und auch Trump-wählende Bauern leisten massiven Widerstand, wenn Rechenzentren in ihrer Nähe Wasser absaugen. "Was diese heterogene Koalition zusammenhält, ist nicht Technologiefeindlichkeit. Es ist die Überzeugung, dass die Gewinne der KI-Revolution bei den - so die immer wiederkehrende Formulierung - 'Superreichen' des Silicon Valley landeten. Die Kosten würden hingegen von der Mittel- und Arbeiterklasse getragen: steigende Energiepreise, belastete Wasserreserven, bedrohte Arbeitsplätze. Eine Umfrage der Quinnipiac University vom April 2026 zeigt, dass 55 Prozent der erwachsenen Amerikaner Künstliche Intelligenz inzwischen als eine Kraft betrachten, die eher schadet, als nützt. Die Technologiebranche hat ein Imageproblem - und es wird schlimmer."

Papst Leo XIV. hat seine erste Enzyklika veröffentlicht, ein ausführliches Dokument namens "Magnifica Humanitas" (Text auf deutsch hier), das sich mit Künstlicher Intelligenz befasst und in allen Zeitungen Thema ist. Der Papst weist der KI "theologisch ihren Platz zu", schreibt Gustav Seibt in der SZ. Entscheidend sei für Leo, dass die Maschine nicht an einen Körper gebunden sei. "Künstliche Intelligenzen ermangeln also aller Merkmale des Menschseins und seiner Kreatürlichkeit, das ist der Kernpunkt ihrer Wahrnehmung durch den christlichen Glauben. Darin ist die scharfe Ablehnung aller Konzeptionen von Post-, gar Transhumanismus enthalten. Es gibt kein Mensch-Maschine-Kontinuum, keinen Platztausch zwischen humaner und rechnergestützter Intelligenz."

Sind wir Menschen im Grunde auch nur Computer, "Fleischcomputer", wie Elon Musk das nennt? Die Sozialtheoretikerin Anna-Verena Nosthoff lehnt das im Interview mit der Zeit strikt ab: Menschen sind mehr als nur "Blackboxes", die man umprogrammieren und über Künstliche Intelligenz steuern kann. Kybernetik, also "die Wissenschaft davon, wie Systeme sich steuern und selbst regeln", interessiere sich nicht für Wesensfragen, und das sei gefährlich, so Nosthoff. "Wer Wesensfragen nicht mehr stellt, gibt den Anspruch auf Verantwortung und Nachvollziehbarkeit auf. Im Silicon Valley wird argumentiert, die KI würde irgendwann Entscheidungen treffen, die wir kognitiv gar nicht mehr bewerten können. Die Konsequenz wäre: Was die Maschine fordert, ist per Definition rational - wir verstehen es nur nicht. Das ist ein Freifahrtschein für die Entwickler hinter den Technologien. Das wird immer relevanter, denn es werden zunehmend Systeme für den Krieg gebaut - denken Sie an Palantir - mit autonomen Drohnen und Software zur Zielerfassung und Feindanalyse. Gewissermaßen eine Rückbesinnung auf den Ursprung der Kybernetik in der Kriegslogik."

Holger Schmidt thematisiert auf den Wirtschaftsseiten der FAZ einen ganz anderen Aspekt der KI. Von Stellenstreichungen durch KI-Rationalisierungen sind bisher vor allem Frauen betroffen: "Von den rund sechs Millionen Beschäftigten mit hoher KI-Exposition und zugleich geringer Anpassungsfähigkeit sind 86 Prozent Frauen, und überwiegend solche in Verwaltungs- und Büroberufen. Die Stellenpläne der Großunternehmen folgen dem Muster. Die Reederei Maersk hat im vergangenen Jahr weltweit tausend Verwaltungsstellen gestrichen, der Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble und der Internet-Konzern Amazon haben Entlassungswellen vor allem in den unterstützenden Funktionen vorgenommen. In Deutschland kündigte ERGO im Februar an, bis zum Jahr 2030 Stellen in Callcentern, Schadenbearbeitung und Schriftgutbearbeitung abzubauen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.05.2026 - Digitalisierung

Die gerade abgelaufene Internetmesse "re:publica", die einstmals die Avantgarde des Internets versammeln wollte, präsentiert sich inzwischen eher als eine Leistungsschau gut genährter Digital-NGOs, findet Stefan Laurin bei den Ruhrbaronen. Der Gründer Markus Beckedahl träumt inzwischen von öffentlich-rechtlichen sozialen Medien: "Die Idee eines öffentlich-rechtlichen Facebooks oder eines Anstalts-Twitters geistert schon seit Längerem durch die Köpfe der Mitglieder der Aufsichtsräte von ZDF, WDR und der anderen medialen Seniorenangeboten. Warum nicht den kreativen Köpfen, denen wir den 'Bergdoktor', das 'ZDF Magazin Royale', 'Funk' und 'Die Feste mit Florian Silbereisen' zu verdanken haben, die Möglichkeit geben, das langweiligste soziale Medium des Planeten aufzubauen? Mir persönlich wäre es egal, welches Angebot, für das ich bezahlen muss, ohne es zu nutzen, ich mit meinen Zwangsgebühren finanziere. Das Geld wird sowieso abgebucht. 'Ohne uns wären die schon längst pleite', sagte eine prominente WDR-Führungskraft einem Freund von mir, der ihn am Montag darauf ansprach, warum die öffentlich-rechtlichen Sender auf der re:publica so präsent seien. Ob das stimmt oder nur Anstaltshybris war, kann ich nicht beurteilen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.05.2026 - Digitalisierung

Befinden wir uns im Zeitalter der tertiären Oralität? Tilman Baumgärtel, Professor für Medientheorie an der Hochschule Mainz, denkt im Perlentaucher über die Form des "Reels" nach, die sich allenthalben in den sozialen und den stets folgenden traditionellen Medien durchgesetzt haben: "Reels sind ein Medium, das auf verwirrende Weise Eigenschaften ganz unterschiedlicher Medienformen zusammenbringt. Meist zeigen sie Menschen, die frontal in die Kamera reden - manchmal in Kabelkopfhörern mit eingebautem Mikro, aus unerfindlichen Gründen gerne in einem Auto sitzend. Oder vor Ort in ein Mini-Mikrofon mit Fellwindschutz. Oder im selbst gebastelten Studio mit Profigerät mit Schwenkarm und Poppfilter. Sie sind - neben Podcasts und Livestreams - die wichtigsten Mittel einer neuen, oralen Kultur, die im Zeitalter der Sozialen Medien die Schriftkultur zu ersetzen scheint."

Selbst die Trump-Regierung erkennt nun an, dass sie gewisse Sicherheitsvorkehrungen treffen muss, was die Veröffentlichung neuer KI-Produkte angeht, berichtet Andrian Kreye in der SZ. Softwares sollen nun staatlich geprüft werden, der Anlass war das neue KI-Modell Mythos Claude der Firma Anthropic, das laut der Firma zu gefährlich für die Öffentlichkeit war: "Das neue Modell könne selbstständig Schwachstellen in digitalen Systemen aufspüren und daraus Angriffsketten entwickeln, was es zur Bedrohung mache. Streitkräfte, Regierungen und Banken müssten sich dann darauf einstellen, dass Cyberangriffe künftig schneller und ohne großen Aufwand vorbereitet werden können." Wie genau die Prüfungsmechanismen aussehen werden, bleibt abzuwarten, aber Kreye sieht eine Bewegung in die richtige Richtung: "Die alte Silicon-Valley-Logik des erst Bauens, dann Reparierens, greift deswegen nicht mehr. Die eigentliche Erkenntnis ist nun: KI ist keine Software. Sie ist eine Infrastruktur, die man nicht denen überlassen darf, die sie bauen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.05.2026 - Digitalisierung

Die Erziehungswissenschaftlerin Nina Kolleck erklärt im Interview mit der FAS, warum sie ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren als Maßnahme zu simpel findet: "Wir brauchen Plattformregulierung statt Nutzerbestrafung. ... Zur Regulierung muss eine fachlich verankerte Digitalkompetenz im Unterricht hinzukommen. Resilienz wächst nicht im Entzug, sondern im Üben. Digitale und politische Bildung sollte zu einem roten Faden verbunden werden, der sich durch alle Fächer zieht. Fragen wie diese müssen behandelt werden: Wie funktioniert so ein Algorithmus? Warum bleib ich immer so lange auf Tiktok, obwohl ich doch nur mal schnell was checken wollte? Wie unterscheide ich Fake News von Fakten? Auf diese Weise wird die eben erwähnte Selbstwirksamkeit gestärkt. Es kommt wie beim Sport, beim Essen oder beim Spielen auf das Maß, den Kontext, die Begleitung an."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.04.2026 - Digitalisierung

Mark Zuckerberg trainiert aktuell seinen Nachfolger selbst: den "Zuckbot". Mit dem sollen seine Angestellten bald kommunizieren können und sich die Kommunikation mit ihren Vorgesetzten sparen, konstatiert Philipp Bovermann in der SZ. "Angestellte sollen den Bot um Rat bitten können. Auch solche, die eigentlich zu weit unten in der Befehlskette stehen, können künftig also in jeder Situation erfahren, was Mark Zuckerberg sagen und wie er entscheiden würde, jedenfalls eine automatisierte Version von Mark Zuckerberg. Immer noch besser, als den direkten Vorgesetzten zu fragen oder selbst entscheiden zu müssen, so die implizite Logik: Selbst die Kopie eines Zuck ist noch besser als die Originale von Menschen, die den Nachteil haben, nicht Mark Zuckerberg zu sein. Aut Zuck, aut nihil. Ein Herrscher, so grenzenlos wie sein Reich. Meta kehrt zurück zu den militärischen Ursprüngen der Unternehmensführung, ergänzt allerdings um die Möglichkeit unendlichen, vollautomatischen Mikromanagements."
Stichwörter: Meta, Zuckerberg, Mark, Ai, KI-Avatare

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.04.2026 - Digitalisierung

Frankreich tut einen sinnvollen Schritt und verlässt die Angebote und Plattformen von Microsoft. Stattdessen sollen alle französischen Behörden auf Linux migrieren, berichtet Andreas Donath in golem.de. Warum jetzt? "Minister David Amiel formulierte es unverblümt: Frankreich müsse aufhören, von Plattformen abhängig zu sein, deren Regeln, Preise und Risiken es nicht selbst bestimmen könne. KI-Ministerin Anne Le Henanff sprach von digitaler Souveränität als strategischer Notwendigkeit. Ob die aktuellen Spannungen zwischen Europa und den USA den Zeitplan beschleunigen, lässt die Regierung offen."

"Europa, schau auf Frankreich", ruft Moritz Förster in einem Kommentar zum Thema bei heise.de: "Paris behandelt digitale Souveränität nicht als Symbolpolitik, sondern als Infrastrukturpolitik. Es geht nicht darum, irgendwo ein europäisches Logo auf ein bestehendes Problem zu kleben. Es geht darum, die technologische Basis des Staates so umzubauen, dass Abhängigkeiten kleiner und Wechsel überhaupt ermöglicht werden. Das klingt weniger glamourös als das nächste Strategiepapier. Es ist aber sehr viel relevanter."
Stichwörter: Digitale Souveränität

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.04.2026 - Digitalisierung

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Wer ein Verbot sozialer Medien für Jugendliche will, mogelt sich nur am Problem vorbei, meint die Bildungsforscherin Nina Kolleck in der taz, denn da die sozialen Medien attraktiv sind, ist es besser, mit ihnen umgehen zu lernen: "Wer erst mit 16 einsteigt, trifft auf die volle, hochoptimierte Wirkung sozialer Medien - in einer Lebensphase, in der Zugehörigkeit, Selbstbild und Vergleich besonders wichtig sind. Was lange eingeschränkt ist, wird attraktiver. Der Einstieg erfolgt intensiver, in einem Alter, in dem viele Jugendliche über Schule kaum noch erreichbar sind. Zugleich ist es ein trügerisches Signal, soziale Medien seien nur bis 16 riskant. Denn viele der Räume, in denen Jugendliche tatsächlich Risiken wie sexuelle Übergriffe oder gezielte Ansprache erleben, etwa auf Plattformen wie Roblox oder Discord, fallen oft gar nicht unter solche Regelungen."