Stichwort

Lukas Bärfuss

Lukas Bärfuss, geboren 1971, lebt in Zürich. Seine Stücke werden auf den großen Bühnen in Deutschland und der Schweiz aufgeführt. Sein Helmut-Kohl-Stück "Der Elefantengeist" fiel in der deutschen Kritik eher durch ("schwerfälliger Slapstick"). Er schreibt außerdem Romane und Essays. Durch manche Meinungsartikel hat er in der Schweiz Kontroversen ausgelöst. Im Jahr 2015 prangerte er in der FAZ den Rechtspopulismus in der Schweiz an ("Die Schweiz ist des Wahnsinns", unser Resümee). Im Jahr 2017 forderte er in der FAZ die Abschaffung des Schweizer Literaturpreises (den er selbst bereits bekommen hatte). Unter anderem klagte er über Betriebsfilz (unser Resümee). Im Jahr 2019 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis zugesprochen.
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9punkt 28.01.2020 […] Am Wochenende hat der Schriftsteller Lukas Bärfuss im Schweizer Magazin Sonntags-Blick seine Zweifel an der Demokratie angemeldet: Sie stehe mit ihrer altmodischen Art oft hilflos vor den Problemen einer globalisierten Welt. Wie die neue "perfekte Staatsform" aussehen soll, sagt er aber nicht. Thomas Risi zuckt darum in der NZZ auch nur mit den Achseln: "Demokratie, so wie sie die Denker des 18. J […]  Jahrhunderts entworfen haben, ist ein Versprechen, das sich seiner Unerfüllbarkeit bewusst ist. Der Impuls zu einem Prozess, der nie an ein Ende kommt. Wer, wie Lukas Bärfuss, 'die endgültige, perfekte Staatsform' sucht, den muss die Demokratie enttäuschen. Sie bietet keine fertigen Lösungen, die für immer gültig wären, sondern muss jeden Tag neu errungen werden. Demokratie gibt es nicht ein für alle […]
Efeu 02.11.2019 […] Über den heute auch offiziell an den Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss verliehenen Büchnerpreis kommt bei Roman Bucheli in der NZZ allenfalls höflich-diplomatische Freude auf. Der Preis komme als Würdigung für aktuelle Leistungen entweder zu spät oder als Auszeichnung der guten Hoffnung zu früh, in jedem Fall aber blättert Bucheli eher enttäuscht durch Bärfuss' Arbeiten und legt auch Bärfuss' […] noch aufgeklärt und kultiviert werden. So greifen sich die Darmstädter alle paar Jahrzehnte einen rustikalen Aufklärer zwischen Bergen und Tälern heraus und heben ihn auf ihren Schild. Dafür ist Lukas Bärfuss zweifellos der Richtige, und darum gönnt man ihm den Preis ohne Einschränkung und von Herzen. Auch wenn der Preis vielleicht anderes, Subtileres, mehr Poesie und weniger rabiate Moral verdient hätte […]
Efeu 10.07.2019 […] Der Georg-Büchner-Preis geht in diesem Jahr an Lukas Bärfuss und damit seit der Auszeichnung für Adolf Muschg im Jahr 1994 nach langer Zeit wieder an einen Schweizer Schriftsteller. Ausgezeichnet wird ein scharfer Kritiker der Verhältnisse, lautet das Fazit der Feuilletons, die sich im einzelnen sehr unterschiedlich zu dieser Auszeichnung äußern. Der Hinweis darauf, dass Bärfuss' literarisches Werk […] wird." In diesem "formbewussten Seiltänzer steckt ein Energiebündel", schreibt Lothar Müller in der SZ, nämlich ein "Poltergeist mit einer unbändigen Lust am großen Krach und groben Ton. ... Lukas Bärfuss ist alles andere als ein formvollendeter Autor. Aber er passt zu Georg Büchner. Und dazu, dass der Preis, der nach ihm benannt ist, nicht nur die Literatur der Bundesrepublik im Auge hat." Ulrich […]