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Essay 17.07.2017 Ein Schisma vollzieht sich in der Kunst: Werke für Kuratoren, die das Distinktionsbedürfnis der Diskurseliten, und Werke für den Markt, die das der Oligarchen befriedigen, spalten sich soweit ab, dass der gemeinsame Begriff Kunst nicht mehr zutrifft. Sicher wird das Schisma nicht so ablaufen, dass aus dem kalten Krieg ein heißer Krieg wird. Im Gegenteil hat man sich, je weiter man auseinanderdriftet, umso weniger zu sagen. Schließlich nimmt man sich gegenseitig kaum noch wahr. Von Wolfgang Ullrich
Essay 07.06.2017 Zum 39. Mal bietet Solothurn die Kulisse für das einzige dreisprachige Literaturfestival der Schweiz, die Solothurner Literaturtage. Ich war dort, um die Probe aufs Exempel zu machen: Wie steht es tatsächlich um die junge deutschsprachige Literatur und ihr Verhältnis zur Fiktion? Ist sie wirklich so postpost, so mut- und fantasielos, so Ich-voll, wie ich kürzlich behauptet habe? Von Charlotte Krafft
Essay 22.05.2017 Andres Veiels "Beuys" wirbt in der geschlossenen Ästhetik eines virtuosen Filmessays für die offene Ästhetik von Beuys' "Sozialen Plastiken". Die eigentliche soziale Plastik wäre heute das Netz, das jedem die Möglichkeit bietet, kreativ zu werden: Aber was ist, wenn am Ende Werke bleiben? Von Daniele Dell'Agli
Essay 12.05.2017 Der Streit um die VG-Wort-Ausschüttungen ist keineswegs ausgestanden. Am 20. Mai wird getagt: Kommen die Anträge des Vorstands durch, werden die Verlage von neuem begünstigt - und die Autoren müssen noch länger auf die ihnen zustehenden Gelder warten. Die Gewerkschaften vertreten wie stets in diesem Spiel ebenfalls die Interessen der Verleger. Von Martin Vogel
Essay 12.04.2017 Wir dokumentieren György Konrads "Antwortschreiben an den Ministerpräsidenten Ungarns", ein Dokument des kalten Zorns auf den "schädlichsten ungarischen Politiker" seit der Wende, der sich erfrecht, die Central European University zu schließen, und sich nicht scheut, aus dem Phrasenarsenal des politischen Antisemitismus zu schöpfen. Von György Konrad
Essay 15.03.2017 Mit Emmanuel Macron versucht erstmals ein ernstzunehmender Demokrat die defizitär gewordene repräsentative Demokratie aus den Hinterzimmern der politischen Klasse herauszuführen, sie zu transformieren und ihr wieder zu mehr Legitimation zu verhelfen. Weder das politische Retrodesign eines Martin Schulz, noch die Verwaltung der Stadt Berlin nach den Vorstellungen von Radfahrern und Mieterinnen können dazu eine Alternative bieten. Von Max Thomas Mehr
Essay 14.03.2017 Was wäre, wenn die Schwebezustände der minimalistischen Klang-Blasen ein höheres Subversionspotenzial bereit halten als alles, was die Avantgarden des 20. Jahrhunderts bis hin zu Free Jazz und Artrock mit ihren Konflikt-, Protest- und Radaudramaturgien einst zu mobilisieren versuchten? Meditation über Brian Enos "Reflection" Von Daniele Dell'Agli
Essay 24.12.2016 Hört auf mit den Trauerfloskeln: Eine der Debatten, die nach dem Berliner Attentat zu führen sind, ist die schlichte Debatte, ob es überhaupt ein Sicherheitskonzept für den Breitscheidplatz gegeben hat. Dass Weihnachtsmärkte im Visier der islamistischen Terroristen stehen, war doch längst bekannt. Und der Platz um die Gedächtniskirche ist ein symbolischer Ort. Gerade die Opfer des Anschlags haben einen Anspruch auf Aufklärung. Von Eva Quistorp
Essay 17.12.2016 Nachdem der BGH und alle anderen Gerichte festgestellt haben, dass die bisherige Verteilungspraxis der VG Wort - die Verleger erhielten bis zur Hälfte - rechtswidrig ist, stellt die Bundesregierung die "bewährte Praxis" in einem neuen Gesetz wieder her. Die Autoren dürfen jetzt ihr Einverständnis mit der Preisgabe ihrer Ansprüche erklären - und verlieren 30 Millionen Euro jährlich. Selbst wenn einer dagegen klagt, wird diese Revision der Rechtsprechung durch den Gesetzgeber jahrelang bestehen bleiben. Von Martin Vogel
Essay 30.11.2016 Deutsche Museen stellen sich der Digitalisierung bisher eher zögernd, auch aus Angst, sich überflüssig zu machen. Aber sie kann auch der Generierung von Aufmerksamkeit, der Bildung von Communities, und der Verwandlung der Nutzer von rezipierenden Konsumenten in agierende Kunstbürgern dienen. ein paar Beispiele aus der Praxis. Von Hubertus Kohle
Essay 28.11.2016 Österreich war ein europäischer Vorreiter in der Wiederbelebung künstlichen nationalen Identitätsdenkens. Bei der Bundespräsidentenwahl am Sonntag geht es auch um die Frage, ob das Land noch ökonomische Vernunft hat: "Identität" kommt danach. Von Rüdiger Wischenbart
Essay 22.11.2016 Warum die Debatte um den literarischen Nachwuchs in die Irre geht: Nicht die jungen AutorInnen sind das Problem, sondern der Betrieb, in den sie hineinwollen. Von Peter Truschner