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Essay 01.03.2019 Dass es in einer der reichsten Gesellschaften der Welt weder für ein
solidarisches Grundeinkommen noch für auch nur moderate und
unbürokratische Erleichterungen der unwürdigen Lage jener, die auf
Sozialleistungen angewiesen sind, die geringste Akzeptanz gibt, ist
sozialpsychologisch und psychopolitisch ein Skandal, den niemand als
solchen zu bemerken scheint. Von Daniele Dell'Agli
Essay 11.01.2019 Die linke und liberale Öffentlichkeit ist auf "die Rechten" fokussiert und sieht dabei den Wald vor lauter Bäumen nicht: Sie überlässt den einen Rechtsradikalen, die im deutschen Namen agieren, die Kritik an den anderen Rechtsradikalen, die sich im Namen des Islams abschotten und "Respekt" verlangen. Eine Argumentationsskizze Von Jochen Hörisch
Essay 26.11.2018 Ich kann mit der Idee des Authentischen nichts anfangen und misstraue
ihren Verteidigern. In der Kunst bewegt mich nicht das sogenannte
Unverfälschte, Echte, sondern das Artifizielle, das, was sichtlich
gemacht und hergestellt ist, das sich eine Form schafft, die auch anders
sein könnte, aber schön ist und gültig, ohne mich zu überwältigen. Ideen anlässlich einer Verfilmung. Von Katharina Hacker
Essay 17.09.2018 Eine kritische Auseinandersetzung mit klassisch moderner und zeitgenössischer Kunst hängt heute von der Willkür der Rechteinhaber ab, die über das Urheberrecht das Image der Künstler steuern wollen. Das Zitatrecht für Bilder muss erweitert werden. Und was ist, wenn Kunst eigentlich gar nicht mehr als Kunst, sondern als Luxusware verkauft wird? Zur Einführung in das Symposium "Wem gehören die Bilder? Wege aus dem
Streit um das Urheberrecht" im Marta Museum Herford. Von Wolfgang Ullrich
Essay 17.08.2018 Im Laufe der neunziger Jahre wurde der Rassismusbegriff in den Chefetagen der neu gegründeten Institute für Kulturwissenschaft,
alsbald sekundiert von den meinungsbildenden Medien, auf Vorbehalte
gegenüber jeder Art von Fremdheit, sei sie ethnischer, kultureller oder
religiöser Natur ausgedehnt - sozusagen alltagstauglich gemacht und
multivektoriell einsetzbar. Aber es gibt eine Dialektik der Begriffsaufblähung. Von Daniele Dell'Agli
Essay 13.08.2018 Film war immer so viel mehr als Realitätsabbildung: Er war Adaptionstraining für den technischen und gesellschaftlichen Wandel, bündnisfähiges Werkzeug für eine neue Sicht auf die Welt und Loch in der Wand, durch das sich das Unwahrscheinliche einschleichen kann. Und heute? Wie finden wir in der Gegenwart, was einen Unterschied gemacht haben wird? Von Alexander Horwath
Essay 10.08.2018 Fragen Sie mal Abiturienten, was eine Sonatenform ist, oder
versuchen Sie, sich von diesen eine Bach-Fuge erklären zu lassen. Und Kinder aus ärmeren Haushalten haben kaum je Chancen, die klassische
Musik überhaupt kennenzulernen. Es hat keinen Sinn, die Klassikkrise mit Schönungen der Statistik zu kaschieren. Antwort auf einen Artikel des FAZ-Kritikers Jan Brachmann Von Berthold Seliger
Essay 07.06.2018 Der Comic-Salon Erlangen widmete sich der grafischen Reportage. Die Trennlinie in diesem Genre, das kristallisiert sich heraus, verläuft zwischen dem engagierten Journalismus und der ethnografischen Bestandsaufnahme. Zu entdecken waren aber auch Arbeiten von Dorothée de Monfreid, Paolo Bacilieri und Jeff Lemire. Und vor allem aber lehrt der Comic-Salon Respekt für das Gekritzel, für die Skizze und die erste Reinzeichnung. Von Stefanie Diekmann
Essay 06.06.2018 Der heute Abend in der ARD laufende Fernsehfilm "Die Unterwerfung" distanziert sich durch eine Rahmenhandlung von dem Roman Michel Houellebecqs. Diskutieren wir also mit Hilfe des Films nicht über
die Gefahr der möglichen Islamisierung in Europa, sondern nur über den Opportunismus eines Gescheiterten? Von Necla Kelek
Essay 16.05.2018 Statt es den Populisten gleichzutun und immer nur andere - mit Vorliebe das Internet - für die Krise der demokratischen Öffentlichkeit verantwortlich zu machen, sollte die Mitte auf sich selber blicken. Der Populismus ist älter als das Internet. Auszug aus einer Festschrift zum 70. Geburtstag Winfried Kretschmanns. Von Thierry Chervel
Essay 12.04.2018 Das Wahlsystem ist manipuliert. Viktor Orban operiert mit Hass, Neid, Antisemitismus und Korruption - aber es hilft nichts: Er hat die ungarischen Wahlen vom Sonntag erneut mit großer Mehrheit gewonnen. Wie die letzten unabhängigen Medien des Landes die Wahlen kommentierten. Von Jozsef A. Berta
Essay 23.03.2018 Verleger planen erneut einen Griff in die Taschen der Urheber - mit tatkräftiger Unterstützung von Urheberverbänden und der VG Wort. Die EU soll richten, was der deutsche Gesetzgeber nicht mehr richten kann. Von Martin Vogel