Willi Winkler

Luther

Ein deutscher Rebell
Cover: Luther
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783871347238
Gebunden, 640 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Er war der größte Rebell, den die deutsche Geschichte aufzuweisen hat - und wollte doch nichts weniger sein. Martin Luther hat mit den sagenhaften Hammerschlägen, mit denen er seine 95 Thesen an das Tor der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte, das Mittelalter beendet und ein neues Zeitalter begründet: das, in dem wir heute leben. Die von ihm angestoßene Reformation wirkte wie ein ungeheurer Modernisierungsschub, auf Kunst und Alltagsleben, Literatur, Wissenschaft und Publizistik; Luthers Bibelübersetzung ist der Grundtext für das heutige Deutsch. Vor allem aber gab der entlaufene Augustinermönch den Deutschen zum ersten Mal einen Begriff von der Individualität des Menschen: Du allein verfügst über dich, nicht der Kaiser, nicht der Papst, niemand außer Gott.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016

Der hier rezensierende Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann hält das Buch für Quark. Leser des Bandes verortet er vor allem, wenn nicht gar ausschließlich unter Willi Winklers persönlichen Fans. "Kundigere" Leser aber muss der Rezensent warnen: Die im Buch verarbeitete Literatur- und Quellenmenge ist sehr überschaubar. Eine flüssige, eingängige Schreibe macht noch kein gutes Luther-Buch, findet Kaufmann. Und was er bei Winkler an Richtigem entdeckt, kennt er längst und fundierter aus Heinz Schillings Luther-Biografie.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.10.2016

Alan Posener holt weit aus, um schließlich doch ein Urteil über Willi Winklers neues Luther-Buch zu fällen. Luthers Wirken in einer sehr politischen Zeit, vor allem aber die Inanspruchnahme des Ketzers durch Papst, Kaiser, Könige und Kurfürsten schildert der Autor detailreich, lobt der Kritiker. Dass Luthers Theologie zu kurz kommt, mag Posener noch durchgehen lassen, dass Winkler lediglich sechs von 526 Seiten dem Luther'schen Antisemitismus widmet, findet der Rezensent jedoch unverzeihlich. Auch mit der These, Luther habe "das Mittelalter beendet" und das "Abendland von einer Religionsneurose" befreit, kann der Kritiker wenig anfangen. Zeit, Luther von seinem Sockel zu heben, findet er.