Büssers Biografie über den Zwingli-Nachfolger Heinrich Bullinger (1504-1575) hatte im ersten Band Herkunft, Studien und die Arbeit des jungen Theologen sowie sein Wirken als Pfarrer am Großmünster beschrieben. Im zweiten Band kommen nun seine bleibenden Verdienste als Berater aller reformierten Kirchen, als väterlicher Beschützer und Tröster der verfolgten Glaubensgenossen in der Eidgenossenschaft und in ganz Europa zur Sprache. In drei konzentrischen Kreisen wird sein Wirken behandelt: primär die Erhaltung und innere Festigung der reformierten Gemeinden, die grundlegenden Auseinandersetzungen mit dem Papsttum, dem Luthertum und der Radikalen Reformation. - Büsser analysiert die wichtigsten exegetischen, dogmatischen und polemischen Schriften sowie die Predigten Bullingers. Sie alle belegen, wie auch der umfangreiche Briefwechsel mit rund 1000 Korrespondenten, dass Bullinger unter den Reformatoren am ehesten den Ehrentitel eines Ökumenischen Patriarchen verdient.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2005
Mit dem vorliegenden zweiten Band, so Rezensentin Caroline Schnyder, habe der Leiter des Instituts für Schweizerische Reformationsgeschichte Fritz Büsser seine Heinrich-Bullinger-Biografie abgeschlossen. Während im ersten Band Bullingers Jugend und sein Wirken in Zürich Thema sei, stelle der zweite Bullingers Einfluss in Europa und Osteuropa dar. Der Autor, so die Rezensentin, unternehme im Hinblick auf Bullingers Bedeutung als "theologischer Berater" den Versuch, eine neue Sprachregelung zu lancieren. Denn gemeinhin würde auch in dieser Hinsicht überall von "Calvinismus" gesprochen, wo es doch eigentlich "reformierter Protestantismus" heißen müsste. Mit Blick auf Bullinger nämlich, der schließlich auch von Calvin selbst immer wieder als Berater zugezogen wurde. Besonders "aufschlussreich" sind aus Sicht der Rezensentin jene Passagen, in denen der Autor Bullingers Interventionsversuche und Wirken in Frankreich nachzeichne, auch wenn dies nicht immer erfolgreich war. Insgesamt halte sich der Autor in seiner Darstellung "eng an ausgewählte Bulliger- Schriften und Briefe", was einerseits gute Einblicke in die historische Lage gäbe, jedoch andererseits die Gefahr von allzu viel "Kongenialität" berge. Dass der Autor gewissermaßen unter der Hand Bullingers Ökumene als eine allgemeine verkaufe, obwohl sie aus Sicht Bullingers immer eindeutig reformiert geprägt zu sein hatte. Mit Calvin habe sich Bullinger zwar im theologischen Streit um das Abendmahl geeinigt, nie jedoch mit Luther.
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