Im neuen Deutschland der "Berliner Republik" ist das Modell einer doppelten Staatsbürgerschaft für Einwanderer nicht bloß an fremdenfeindlichen Stimmungen gescheitert. Auch die Angst vor einer unsicheren nationalen Loyalität kulturell fremder Inländer spielte dabei eine Rolle. Im Auftrag der NATO und UNO schützen heute deutsche Soldaten auf dem Balkan das Recht von ethnischen Minderheiten auf eigene Identität. Müssen also liberale Gesellschaften allen nationalen oder religiösen Minderheiten Autonomie gewähren? Oder setzt eine lebensfähige Demokratie die Identifikation aller Bürger mit der Geschichte und Kultur der Mehrheitsnationen voraus? Will Kymlicka kritisiert die Vereinfachungen der Multikulturalismus-Debatte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.12.1999
Kymlickas Verdienst liegt nach Ansicht Rudolf Walthers hier vor allem darin, dass er die Grundbegriffe in der Multikulturalismus-Diskussion und ihre Beziehung zueinander einmal genauer beleuchtet (zu den Begriffen zählt er u.a.: Staat, Nation, Kultur, Minderheit und Religion). Walther nennt dafür mehrere Beispiele wie die Rolle von Kultur und Nationalismus oder auch der Staates bei der Integration. Problematisch findet Walther jedoch bisweilen Kymlickas Terminologie, die über diese Grundbegriffe hinaus gehe (wie z. B. den Begriff "illiberal" im Zusammenhang mit manchen ethnokulturellen Gruppen). Darüber hinaus vermisst er ein näheres Eingehen Kymlickas auf das Phänomen, dass "national-liberale" Gruppierungen häufig schnell ins Nationalistische abgleiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Ein echter Brumlik! In der Besprechung von Kymlickas kleinem Bändchen erfährt man eine ganze Menge - über den Rezensenten Micha Brumlik. Was er von Multikulti allgemein und in Deutschland im besonderen hält, vom neuen Staatsbürgerrecht und seinen Gegnern, von Ausländerbehörden und ihren Funktionären. Allerdings schreibt er wenig über Kymlickas Buch, um so mehr dann wieder über John Rawls "Theorie der Gerechtigkeit", auf die sich wahrscheinlich die politische Philosophie Kymlickas gründet, aber das erfährt man auch nicht. Immerhin soviel: "Schnörkellos und nah an der politischen Praxis geschrieben, gehört dies Buch in die Hände aller, die mit Immigrationspolitik befasst sind."
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…