Paul Scheffer

Die Eingewanderten

Toleranz in einer grenzenlosen Welt
Cover: Die Eingewanderten
Carl Hanser Verlag, München 2008
ISBN 9783446230804
Gebunden, 536 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Grego Seferens, Andreas Ecke, Heike Baryga und anderen. Vor über 50 Jahren kamen die ersten Gastarbeiter nach Deutschland, später folgten ihnen Aussiedler und politisch Verfolgte. Aber erst jetzt entwickelt sich ein Bewusstsein dafür, wie grundlegend unsere Gesellschaft dadurch verändert wurde. Und noch immer fehlt eine Vorstellung davon, wie wir mit kulturellen Unterschieden umgehen sollen und wie Integration gelingen kann. Paul Scheffer, Experte für Fragen der Migration, erklärt Geschichte, Politik und Ursachen der Migration und liefert damit die Grundlage, unsere heutigen Konflikte zu verstehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2008

Gerade recht kommt Rezensent Stefan Luft dieses Buch des niederländischen Soziologen Paul Scheffer, das seiner Einschätzung zufolge sehr präzise die mit der Einwanderung verbundenen Probleme analysiere und das vor allem auf die Ängste und Vorbehalte der angestammten Bevölkerung eingehe. Ganz einverstanden ist Rezensent Luft mit Scheffers Darstellung, nach der die Abgrenzung des Staates nach außen Voraussetzung dafür ist, die Rechte nach innen zu erweitern. Einen Wohlfahrtsstaat ohne Grenzen könne es nicht geben, und ein Großteil der heutigen Problem rühre daher, dass die Politik oftmals die Forderung der "Mehrheit" nicht ernst genommen habe, Zuwanderung zu begrenzen, etwa um die Arbeitsplätze der Einheimischen zu sichern. Sehr gut geschildert sieht Luft auch die heikle Nachbarschaft von "zugewanderter Unterschicht", wie er das nennt, und den "einheimischen sozial Schwachen". Schließlich kann er sich nur Scheffers Warnung anschließen, nach der nur eine ehrliche Selbstbesinnung in der Lage sei "gewalttätige Konflikte" zu vermeiden.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2008

Nicht wirklich substanziell findet Rezensentin Hilal Sezgin diese auf über 500 Seiten ausgebreiteten Überlegungen des konservativen niederländischen Soziologen über die Versäumnisse westlicher Gesellschaften im Umgang mit ihren Migranten. Die Rezensentin selbst mag die abgedroschenen Thesen vom Scheitern des Multikulti-Konzepts und die Forderungen nach mehr Integration durch die Leitkultur nicht teilen, und ärgert sich, dass dieses Buch, wo all das noch einmal so machtvoll behauptet wird, nun auf Deutsche erschienen ist, während die Arbeiten anders denkender Forscherinnen wie Anne Philipps oder Baukje Prins nach wie vor unübersetzt blieben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.09.2008

Nicht ganz einverstanden ist Angela Gutzeit mit diesem Buch des niederländischen Soziologen über Migrationspolitik in Holland, Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Vor allem löst der Autor in ihren Augen seine Ankündigung eines Entwurfs einer Erneuerung der Gesellschaft im Kontext der Migrationsfrage kaum ein. Treffend findet sie aber Scheffers Analyse der Versäumnisse der Aufnahmeländer. Seine Behauptung, es existierten Parallelgesellschaften, scheint ihr dagegen zumindest für Deutschland nicht richtig. Sie hätte sich hier eine differenziertere Betrachtung gewünscht. Auch die Analyse der Krawalle algerischer Jugendlicher in den Pariser Vororten hält sie für falsch. Diese haben ihres Erachtens weniger mit illusionären multikulturellen Einstellungen zu tun als mit verfehlter Sozialpolitik und Städteplanung, die auf Ausgrenzung hinausläuft. Schließlich widerspricht sie der Ansicht des Autors, die Integration muslimischer Migranten in Deutschland sei insgesamt eher misslungen.
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