Mathias Beer (Hg.)

Auf dem Weg zum ethnisch reinen Nationalstaat?

Europa in Geschichte und Gegenwart
Cover: Auf dem Weg zum ethnisch reinen Nationalstaat?
Attempto Verlag, Tübingen 2004
ISBN 9783893083480
Kartoniert, 231 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der Prozess der modernen Nationalstaatsbildung war von Anfang an gewaltdurchtränkt - nach außen und nach innen. Wie man sich feindselig vom Nachbarstaat abgrenzte, so grenzte man im Landesinnern all jene aus, die aus der Sicht des Staatsvolkes als nicht dazugehörig, als fremd galten. Um die ethnische Homogenität der Nation zu erreichen, war jedes Mittel recht. Assimilierung, Umsiedlung, Vertreibung und Vernichtung der einmal hinausdefinierten religiösen, sprachlichen oder ethnischen Minderheiten prägten die neuere europäische Geschichte. Und heute? Wie vertragen sich Nationalstaat und das Streben nach nationaler Homogenität mit den Herausforderungen der Moderne, mit Globalisierung, Migration, demographischem Wandel und europäischem Einigungsprozess?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.11.2004

Alle, die glauben, es gäbe bereits genug Arbeiten zum Nationalismus, dürfte dieser Sammelband von Mathias Beer eines Besseren belehren, ist Gerd Krumeich überzeugt. Der Band ist aus einer Vorlesungsreihe an der Universität Tübingen hervorgegangen, an der sich laut Krumeich "namhafte Spezialisten" beteiligt haben. Dieter Langewiesche behandelt etwa die beiden Pole des Nationalismus, Partizipation und Aggression, Holm Sundhausen blickt auf die "Ethnisierung von Staat, Nation und Gerechtigkeit" nach dem Ersten Weltkrieg, Herausgeber Beer selbst widmet sich den nationalen Säuberungen nach 1945, und Otfried Höfe steuert Betrachtungen über den Nationalstaat in globalisierten Zeiten, informiert der Rezensent über den Inhalt. Auch Beiträge von Jost Düffel, Dieter Oberndörfer und Egbert Jahn hat er mit Interesse gelesen, was ihm zu dem Schluss führt, dass es sich hier um einen rundum gelungen, informativen und lesbaren Band handelt.

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