Hugo Ball war ein Intellektueller, der sich an den geistigen Auseinandersetzungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts auf vielfältige Weise beteiligt hat: von der wortspielerischen Lautpoesie des Dadaismus, über geschichtsphilosophisch politische Essays und weitsichtige Kommentare zur zeitgenössischen Kunst bis hin zu radikalen Stellungnahmen zur religiösen Krise der Moderne. In seinem Denken verbinden sich Fragen der Ästhetik, der Sprachphilosophie, der Religionsphilosophie und der politischen Philosophie. Die Positionen wandeln sich, aber es lassen sich doch klare Linien erkennen, die vom Nietzscheleser und dem Begründer des Dadaismus über den politischen Journalisten und Geisteshistoriker zum Leser der "Acta Sanctorum", der Legendensammlungen über Heilige und Märtyrer, führen. Wiebke Marie Stock legt die spezielle Kombination aus Ästhetik, Sprachphilosophie und politischer Philosophie im Denken Balls frei. Sie verfolgt seinen turbulenten geistigen Entwicklungsweg und zeigt, dass viele seiner Positionen überraschend aktuell und bedenkenswert erscheinen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2012
Überfällig findet Michael Braun diese Arbeit der Philosophiehistorikerin Wiebke-Marie Stock, eine intellektuelle Biografie des Dadaisten Hugo Ball. Für Braun fehlt bei diesem ideengeschichtlich orientierten Ansatz zwar die andere, ergänzende Seite mit einer Lebensbeschreibung von Balls Beziehungen und Denkgemeinschaften. Was die philosophischen, weniger die dichterischen Denkwege, doch die Verbindungen zwischen Dichtung und Religion anbetrifft, so eröffnet ihm der Band allerdings neue Horizonte. Balls scheinbar plötzliche Bekehrung zu religiösen Denkfiguren und zu einer asketischen Existenz, vermag ihm Stock anhand akribischer Textanalysen als Kontinuum und zwingende Entwicklung seines Werks darzulegen.
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