Bärbel Reetz

Emmy Ball-Hennings

Ein Leben im Vielleicht
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783518397404
Taschenbuch, 320 Seiten, 10,17 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Abbildungen. "Ich lebe im - Vielleicht/ Bin eine stumme Frage ..." Die so schreibt, ist eine poetische Maskenspielerin, eine, die in ihrem ungewöhnlichen Leben viel gefragt und noch mehr gewagt hat: Emmy Ball-Hennings (1885-1948). Aus der kleinbürgerlichen Enge Flensburgs treibt ihre "Weglaufsucht" sie mit Wandertheatern durch Deutschland, auf die Bühnen europäischer Varietes und Cabarets, in die Abgründe von Drogen, Prostitution und Gefängnis, in die schrille Berliner und Münchner Vorkriegsboheme. 1915 emigriert sie mit Hugo Ball nach Zürich und begründet mit ihm das "Cabaret Voltaire" - die Keimzelle des Dadaismus. Die Namen ihrer Freundinnen und Gefährten lesen sich wie eine Enzyklopädie der europäischen Avantgarde. Bärbel Reetz hat sich auf Spurensuche gemacht und Einblick in bisher unbekannte Briefe und Aufzeichnungen genommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.11.2001

Bärbel Reetz ist es gelungen, eine "materialreiche, klug und diskret formulierte" Biografie über eine ungewöhnliche Frau zu verfassen, die viel zu lange im Schatten berühmter Männer gestanden hatte, denen sie Muse, Mutter, Geliebte, Hetäre und Schwester war, freut sich Rezensent Ernest Wichner. 1885 wurde Emmy Ball-Hennings in Flensburg geboren. Der kleinstädtischen Enge entfloh das Dienstmädchen, die Waschfrau, Theaterschauspielerin, Poetin, Feuilletonistin, Kabarettistin und Galeristin alsbald in die Schweiz, wo sie sich als Teil der Avantgarde-Künstler begriff, berichtet der Rezensent. Vor zwei Jahren konzipierte Bernhard Echte eine große Ausstellung über Ball-Hennings. Zusammen mit dem Ausstellungsband und der Biografie von Reetz werde endlich, so der Rezensent, das Augenmerk auf diese vielseitig begabte, leidenschaftlich dezentrierte Frau und ihr bewegtes Leben gelenkt. Herausgekommen ist, so Wichner, eine offene und unvoreingenommene Biografie, die "prismatische Bilder" von ihrer Protagonistin entstehen lasse.