Tristan Tzara ist eine der Schlüsselfiguren der vielleicht einflussreichsten Avantgarde-Bewegung des 20. Jahrhunderts: Dada. Tzara wurde 1896 als Samuel Rosenstok in einer rumänischen Provinzstadt geboren. Zwanzig Jahre später schuf er unter neuem Namen mit Marcel Janco, Hugo Ball, Richard Huelsenbeck, Hans Arp und anderen im Züricher Cabaret Voltaire durch eine Reihe von chaotischen Performances Dada. Mit Tzara als treibender Kraft entwickelte sich Dada innerhalb weniger Jahre zu einem Sammelplatz für junge Künstler aus Paris, New York, Barcelona, Berlin und Buenos Aires, zu einer internationalen Bewegung, die die Kunst für immer verändern sollte. Marius Hentea zeichnet Tzaras Kindheit und Jugend in Rumänien detailliert nach, würdigt ausführlich die Verdienste seiner Dada-Jahre und rekonstruiert die oft überraschenden und abenteuerlichen Aktivitäten aus der Zeit nach Dada. Hentea legt mit "Tata Dada" nun die erste Biografie dieses wegweisenden Künstlers, Dichters und Aktivisten vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2017
Rezensent Martin Mittelmeier ist durchaus dankbar, dass nun eine verdienstvolle Biografie Tristan Tzaras vorliegt, die weit mehr leistet, als nur Tzaras Bedeutung als Begründer "Dadas" herauszuarbeiten. Der Literaturwissenschaftler Marius Hentea kann ihm dank seiner Rumänisch-Kenntnisse interessante Aspekte aus Tzaras Jugend in Rumänien vermitteln, darüber hinaus lernt Mittelmeier den als Samuel Rosenstock geborenen Tzara hier auch als französischsprachigen Lyriker, Kunstsammler und engagierten Antifaschisten kennen. Leider versteift sich Hentea zu sehr auf das Abarbeiten von Lebensetappen, scheut Interpretationen und vergisst über das chronologische Aufzählen von Fakten die reizvollen Spannungen in Tzaras Leben aufzugreifen.
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