Werner Dahlheim

Julius Caesar

Die Ehre des Kriegers und die Not des Staates
Cover: Julius Caesar
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2005
ISBN 9783506719812
Gebunden, 321 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Wenige Gestalten der Weltgeschichte sind von ihrer Zeit und der Nachwelt mit derselben Leidenschaft betrachtet worden wie Caesar. Und nur wenige wurden so unterschiedlich beurteilt. Welche Ziele hatte er? Was bewegte ihn? Wollte er die Republik bewahren oder strebte er nach dem Diadem eines Königs? Trieb ihn nach seinem Sieg im Bürgerkrieg die Hoffnung, die geschundene Welt als Retter und Friedensfürst zu heilen? Oder war ihm der Krieg zur unbezähmbaren Passion geworden, der nichts gleichkam, auch nicht die Aufgabe, ein aus den Fugen geratenes Imperium neu zu ordnen?Werner Dahlheim legt nun seine Antworten vor, in einem faszinierenden Buch über Triumph und Tragödie eines großen Eroberers.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2006

Jürgen Busche hat diesem Buch von Werner Dahlheim über Julius Caesar zwar durchaus "Genuss und Belehrung" entnommen, er zeigt sich am Ende nach eigenem Bekunden aber verstört. Schon der Untertitel von der "Ehre des Kriegers" ist reine "Provokation" und sollte nicht als "Kompliment" missverstanden werden, warnt der Rezensent. Der Althistoriker spreche dem Diktator jegliches "Interesse für die politische Zukunft Roms" ab und zeichne ihn ausschließlich als Kriegsherrn, der seinen "Lebenszweck" darin sah, fremde Völker zu unterwerfen, so Busche, der das zwar als irritierende Interpretation der Persönlichkeit Caesars empfindet, ihr jedoch die Überzeugungskraft nicht abzusprechen vermag.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2006

Überzeugend findet Rezensent Richard Pohle diese Biografie Julius Caesars, die der Althistoriker Werner Dahlheim vorgelegt hat. An Caesar scheiden sich nach Darstellung Pohles seit jeher die Geister: würdigen ihn die einen als überragenden Staatsmann, welcher der historischen Notwendigkeit den Weg in die Zukunft ebnete, sprechen ihm die anderen gerade diese Eigenschaft ab. Pohle platziert den Autor hier eher auf die Seite der Caesar-Skeptiker. Im Mittelpunkt von Dahlheim Interesses sieht er die Frage nach dem Anteil Caesars am Niedergang der Republik. "Mit großer Souveränität und feiner Ironie" zeichne der Autor einen ganz auf das Militärische reduzierten Caesar, dem es vor allem um die Anerkennung seiner militärischen Erfolge ging. Pohle würdigt Dahlheim als "ausgezeichneten Stilisten", der es verstehe, immer wieder die Quellen sprechen zu lassen. Entstanden ist, so das Resümee des Rezensenten, ein "höchst lebendiges und facettenreiches Gemälde Caesars und der Republik".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.01.2006

Schon lange ist die Geschichtsschreibung davon abgerückt, Julius Caesar in Kategorien der "weltgeschichtlichen Notwendigkeit" und der "historischen Größe" zu huldigen, setzt uns Rezensent Wilfried Nippel ins Bild. Doch Werner Dahlheim lässt vom Bild des historischen Helden absolut nichts übrig. Er sieht Caesar als einen völlig "auf den eigenen Ruhm fixierten" Herrscher, der die Not des Staates "dramatisch verschärft" und aus persönlichen Interessen das Land in einen Bürgerkrieg gestürzt hat. Dahlheim sieht ihn auch nicht als "großen Außenseiter", sondern als "besonders skrupellosen Vertreter" der herrschenden römischen Klasse. "Erbauung und Sinnstiftung" konnte Nippel also nicht finden, dafür aber eine "spannende Erzählung", eine souveräne Analyse und jede Menge das Lesevergnügen steigernden Sarkasmus. Schließlich zieht er noch Hermann Strasburger heran, um Dahlheim zu bescheinigen, dass er auch diejenigen nicht vergisst, die "bei den Spänen waren, als Männer, die Geschichte machten, hobelten".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2005

Kein Hahn würde heute mehr nach Julius Cäsar krähen, wenn er im Gallischen Krieg gestorben wäre, gibt Rezensent Hans-Albrecht Koch eine Kernthese Werner Dahlheims wieder. Cäsars "eigentliches Geheimnis" sei erst aus den Entscheidungen nach dem Gallischen Krieg ablesbar wie früher aus den Eingeweiden, referiert Koch weiter, und diese signalisierten eine "unstillbare Ruhmbegierde". Sie hielt Cäsar davon ab, seine Macht an den Senat wieder abzugeben und sich gewissermaßen in den vorzeitigen Ruhestand zu begeben. Cäsar selbst sei allerdings davon überzeugt gewesen, dass ihn seine Gegner zum Bürgerkrieg gezwungen hätten, weil für seinen Ruhm und seine Ehre nicht der gebührende Platz reserviert worden wäre. Dahlheims Cäsar-Biografie, so der Rezensent, sei ein an "Thukydides nicht weniger als an Machiavelli geschultes luzides Lehrstück" mit einem "feinen ironischen Ton". Und was lehrt uns die Geschichte im Falle Cäsars? Sie ist "sinnlos", befindet der Rezensent. Außerdem kann es von Vorteil sein, nicht nur Verbündete, sondern auch Freunde zu haben.
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