Volker Schlöndorff

Licht, Schatten und Bewegung

Mein Leben und meine Filme
Cover: Licht, Schatten und Bewegung
Carl Hanser Verlag, München 2008
ISBN 9783446230828
Gebunden, 472 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Eine Jugend in Hessen, ein Leben in vielen Sprachen und Ländern: Seit vier Jahrzehnten gehört Volker Schlöndorff zu den wenigen deutschen Filmemachern, die Weltgeltung haben. In dieser Autobiografie erzählt er anschaulich von seiner Kindheit im Nachkriegsdeutschland; von seinem politischen Engagement um 1968; von der Entstehung seiner "Blechtrommel", für die er den ersten deutschen Nachkriegs-Oscar erhielt; von seinem Leben in Deutschland, Frankreich, Italien und Amerika; von Regisseuren wie Jean-Pierre Melville und Rainer Werner Fassbinder; und von Schauspielern wie Alain Delon und Jeanne Moreau.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.11.2008

Einigen Eindruck hat Volker Schlöndorffs Erinnerungsbuch auf Rezensent Georg Seeßlen gemacht. Zwar ist sie auch hier ausgeblieben, die "heftige Berührung von Ich und Welt", die dem Rezensenten oft auch an Schlöndorffs Filmen fehlt, vermittelt Schlöndorff ihm doch oft das Gefühl, er sei in seinem eigenen Leben lediglich zu Gast gewesen. Trotzdem hat dieser "fünfaktige Lebensplot" alle Macken und Meriten eines guten Schlöndorff-Films und damit seinen Reiz. Ohne Eitelkeit und Selbststilisierung, dafür weltläufig und mit "großer Lust am Episodischen" erzähle Schlöndorff hier sein Leben. Seeßlen begegnet bedeutenden "Filmnamen", eigentlich der ganzen deutschen Nachkriegsfilmgeschichte. Als Manko empfindet er Schlöndorffs Unbeholfenheit bei der "Offenbarung des Intimen", auch möchte er hier manches gar nicht so genau wissen. Am spannendsten sind für die Geschichten aus der Frühzeit des Autorenkinos: als das Kino noch eine Schnittstelle zwischen dem eigenen Leben und der Geschichte gewesen sei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2008

Nachdem ihn die Constantin wegen kritischer Worte über die seit Jahren von ihm geplante Bestseller-Inszenierung "Die Päpstin" gefeuert hatte, setzte sich Volker Schlöndorff hin und schrieb seine Autobiografie. Im nachhinein war diese unschöne Geschichte fast ein Segen, findet Verena Lueken, denn das Ergebnis, den Band "Licht, Schatten und Bewegung" hat sie ganz ausgesprochen gerne gelesen. Was einerseits daran liegt, dass Schlöndorffs Leben hoch interessant war, von seinen beruflichen Anfängen als Regieassistent von Louis Malle und Jean-Pierre Melville in Paris bis zur späteren Zusammenarbeit mit Arthur Miller oder Max Frisch. Darüber hinaus verstehe Schlöndorff, diese Einblicke in eine vergangene Zeit "ohne allzugroße Eitelkeit" zu vermitteln. Auch den Ton, der nur ganz selten, etwa da, wo es um Alain Delon geht, schärfer werde, empfindet Lueken als angenehm. Und einen langen letzten Absatz lang bringen Hintergrundinformationen des Buchs die Rezensentin ins Phantasieren über mögliche Variationen zu Schlöndorff-Filmen: Wie wäre das geworden mit Romy Schneider statt Hannah Schygulla in "Die Fälschung" oder Madonna und Sting in Nebenrollen der "Geschichte der Dienerin"?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.08.2008

Sehr eingenommen ist Susan Vahabzadeh von Volker Schlöndorffs nun vorliegender Autobiografie. Die Erinnerungen des Filmemachers scheinen ihr voll von aufschlussreichen und spannenden Geschichten und Anekdoten über das Kino, über Filme und Regisseure, spiegeln aber auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts wider. Besonders hebt sie die uneitle Art hervor, mit der Schlöndorff über sich selbst schreibt, seine Gelassenheit und Selbstironie. Das Besondere an diesem Werk ist für sie, dass der Autor nicht nur um sich selbst kreist, sondern den Leser teilhaben lässt an seinen vielen Begegnungen. Sie charakterisiert ihn als einen Mann, der Filmgeschichte geschrieben und am eigenen Leib erlebt hat, als einen, der überall dabei war, immer mittendrin, sich aber nie als "Großmeister" des deutschen Films inszeniert. Mit großer Freude hat sie die zahllosen Anekdoten über bekannte und befreundete Regisseure gelesen, über Malle, Melville oder Truffaut. Gerade die Pariser Jahre und die Nouvelle Vague werden für Vahabzadeh ganz lebendig und greifbar. Schlöndorffs Leben, das zeigen diese Erinnerungen in ihren Augen ganz deutlich, ist ein "Leben fürs Kino". Aber vielleicht hat er auch einfach das Kino mehr geliebt als das Leben, was für Vahabzadeh in Ordnung geht, denn das Kino gebe mehr als es nehme.
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