Herausgegeben von Daniel Bickermann. Als Regisseur hat Wenders Welterfolge wie "Buena Vista Social Club" gefeiert, aber auch intimere, kleinere Projekte realisiert und sich schließlich mit seinen Werbespots und Musikvideos sogar in neue künstlerische Bereiche gewagt. Als Techniker wirft er einen nostalgischen Blick zurück auf den liebevollen Erfindungsgeist langjähriger Weggefährten, zeigt sich aber auch tief beeindruckt von seinen wegweisenden Erfahrungen mit der digitalen Filmproduktion. Als rastloser Weltreisender kann Wenders von einem schwankenden, zunehmend verbitterten Verhältnis zu den Vereinigten Staaten erzählen, von seinen Begegnungen mit Kuba, Australien und Portugal und von seiner Leidenschaft für Fotografie, die ihn sowohl in die Metropolen wie auch in die Geisterstädte dieser Welt geführt hat. Als international erfahrener Praktiker mahnt er die Versäumnisse der europäischen Kulturpolitik an, zeigt Auswege aus der kontinentalen Kinokrise und berichtet auch von seinen eigenen Erfahrungen als Dozent an Film- und Kunsthochschulen. Als Künstler und Mensch schließlich weist Wenders einer mit Bildern übersättigten Gesellschaft den Weg zu den oft versteckten, chaotischen, abgelegenen Orten, wo noch Leben, Phantasie und Inspiration herrschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2006
Bemerkenswert erscheint dem "malt" zeichnenden Rezensenten der Band "A Sense of Place", der Texte von und Interviews mit Wim Wenders versammelt. Im Mittelpunkt steht dabei, wie der Titel schon sagt, der Ortssinn, den der Rezensent als die "zentrale Tugend" von Wenders' Filmen würdigt. Er unterstreicht die Bedeutung von Orten und Schauplätzen in Wenders Werken, versteht sie als "Motor der Geschichten", wenn nicht gar als Geschichte selbst. Dabei gerät der Rezensent geradezu ins Schwärmen über die Filme des deutschen Regisseurs, dem er bescheinigt, sein Thema in vorliegendem Buch auf "vielfältigste und wunderbar anschauliche Weise" zu behandeln.
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