Ingmar Bergman

The Ingmar Bergman Archives

mit DVD
Cover: The Ingmar Bergman Archives
Taschen Verlag, Köln 2008
ISBN 9783836508346
Gebunden, 592 Seiten, 150,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Paul Duncan und Bengt Wanselius. Mitarbeit von Erland Josephson. Mit einer DVD mit bisher unveröffentlichtem Dokumentationsmaterial von insgesamt 110 Min. Länge: Bergmans private Super-8-Filme (ca. 18 Min., mit einem Kommentar von Marie Nyreröd); Das Making of von Herbstsonate (ca. 20 Min.); An Image Maker (ca. 32 Min.); Das Making of von The Imagemakers von Bengt Wanselius; das Saraband-Tagebuch (ca. 44 Min.): Regieassistent Torbjörn Ehrnvalls Videotagebuch zu Bergmans letztem Film, in dem über sein Leben und seine Arbeit erzählt.
Spätestens seit seinen Kinoerfolgen "Das Siebente Siegel" und "Wilde Erdbeeren" im Jahr 1957 gehörte Ingmar Bergman - zusammen mit anderen Regisseuren wie Federico Fellini und Akira Kurosawa - zu den wichtigsten Personen des internationalen Films. In seiner fast 60 Jahre andauernden Karriere war er als Drehbuchschreiber, Produzent und Regisseur bei über 50 Filmen tätig; Filme wie "Persona", "Szenen einer Ehe" und "Fanny und Alexander" zeichneten nach, wie wir uns selbst sehen und wie wir mit Menschen umgehen, die uns lieben. Noch vor seinem Tod im Jahr 2007 gab Bergman den beiden Verlagen Taschen und Max Ström für ihr gemeinsames Buchprojekt freien Zugriff auf sein Archiv in der Bergmann Stiftung sowie die Erlaubnis, sämtliche Schriften und Interviews zu veröffentlichen, von denen nun viele zum ersten Mal außerhalb von Schweden abgedruckt werden. Bildredakteur Bengt Wanselius, der zwanzig Jahre lang Bergmans persönlicher Fotograf war, suchte Fotoarchive in ganz Europa auf und entdeckte bisher unbekanntes Bildmaterial aus Bergmans Filmen. Auch wählte er bisher unveröffentlichte Bilder aus den privaten Archiven vieler bekannter Fotografen für den vorliegende Band aus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2009

Was für ein Schatz! Und das, obwohl das Schaffen des Ingmar Bergman selbst mit einem solch dicken Wälzer (plus Beiheft, plus DVD) nicht annähernd erschöpfend zu erfassen ist - anders, meint ein begeisterter Christoph Egger, als das beim zuvor in gleicher Aufmachung erschienenen Buch zu Stanley Kubrick der Fall war. Aber mehr als einen bloßen Eindruck erhalte man doch: Von Bergman, dem Theatergenie, das auch ein Filmgenie war. Unzählige Fotos gibt es, Standfotos vom Set (eine Kultur, die in den Siebzigern, so Egger nebenbei, auf den Hund kam), dazu ausführliche Herausgeber-Kommentare, Texte von Bergman selbst, unter anderem gleich zwei, in denen er sich mit seinen von ihm selbst erfundenen schärfsten Kritikern konfrontiert. Als "Gang durch ein Universum" empfindet der Rezensent die Lektüre des Buchs - und das, obwohl man Ingmar Bergman als Autor im emphatischen Sinn darin nicht einmal wirklich kennenlerne. Dafür verweist Egger auf das bei Zweitausendeins erschienene Buch "Im Bleistift-Ton". Aber auch diesen Band, daran besteht nicht der leiseste Zweifel, wird jeder, der sich im mindesten für Bergman interessiert, lesen müssen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008

Thomas Steinfeld begrüßt diesen voluminösen Band über Leben und Werk des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman. Er würdigt ihn als "gigantische Dokumentation, der Gegenwart zur Freude und zur Belehrung". Wegen des fehlenden Namens- und Sachregisters scheint es ihm nicht ganz leicht, sich in dem Band zu orientieren. Aber die Mischung, die hier vorliegt, passt in seinen Augen zu Bergmans Schaffen. Er hebt an dem Buch zwei Dinge hervor: zum einen, dass hier alles auf Bergman konzentriert ist, jeder Schauspieler, jeder Toningenieur, jede Landschaft. Zum anderen, dass Bergman alles in einem war: "Handwerker und Impresario, Künstler, Werbemann und Veranstalter". Die Qualität der Bilder hat Steinfeld tief beeindruckt. Sie bleiben für ihn in Erinnerung, auch wenn man das Buch zur Seite gelegt hat, einfach weil sie wahre "fotografische Kunstwerke" und weil sie eindrucksvolle Gesichter zeigen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2008

Hingerissen ist Andreas Kilb von diesem Bildband über den schwedischen Regisseur Ingmar Bergman, den Paul Duncan and Bengt Wanselius herausgegeben haben. Das sieben Kilo schwere Werk - der "größte denkbare Bildband" zu Bergman - versammelt zur Freude des Rezensenten auf knapp sechshundert Seiten über tausend Fotos, die den Künstler, Drehbuchschreiber, Produzent und Regisseur bei der Arbeit zeigen. Er berichtet über die unglaubliche Produktivität Bergmans, der dreiundsechzig Filme in knapp sechzig Jahren drehte, und daneben auch noch Theater machte. Besonders hebt Kilb hervor, dass der Regisseur auf den Fotos vom Dreh immer "fröhlich" wirkt. Er führt das darauf zurück, dass das Filmen für Bergman die "reine Kur" gewesen sei, habe dieser doch seine Neurosen, seine Komplexe, seine Affären, sein Hals-, Kopf- und Herzweh auf die Leinwand gebracht. Große neue Erkenntnisse bietet der Bildband nach Ansicht Kilbs zwar nicht, aber er nimmt immerhin die Einsicht mit, dass auch Bergman nicht als Meister vom Himmel gefallen ist, sondern einige Anläufe brauchte, bis er seinen Stil gefunden hatte.