Virginia Cowles

Looking for Trouble

Bericht einer unerschrockenen Kriegsreporterin
Cover: Looking for Trouble
DuMont Verlag, Köln 2022
ISBN 9783832181956
Gebunden, 650 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Monika Köpfer. Vom Hotel Florida in Madrid über den Fall Frankreichs bis zum finnischen Winterkrieg: Virginia Cowles hat es alles mit eigenen Augen gesehen. Mit 26 Jahren kommt die junge US-Amerikanerin nach Spanien, um vom Bürgerkrieg zu berichten. Schnell verkehrt sie in den Kreisen berühmter Kriegsreporter und -reporterinnen wie Ernest Hemingway und Martha Gellhorn. Von Madrid aus folgt sie der Spur des Faschismus über den ganzen Kontinent, trifft Churchill zum Lunch und Hitler zum Tee. Vor allem aber gelingt es ihr auf einmalige Weise, immer dann vor Ort zu sein, wenn Geschichte geschrieben wird: Cowles nimmt uns mit in die Straßen Berlins in der Nacht vor dem deutschen Überfall auf Polen, in ein geisterhaftes Paris nur Stunden vor der Invasion der Nazis, nach London am ersten Tag des Blitzkriegs. Um das ganz große Bild des Zweiten Weltkriegs zu zeichnen, tritt sie keinen Schritt zurück, sondern geht immer wieder ganz nah dran.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.02.2023

Europa Ende der 1930er Jahre: Was die amerikanische Reporterin Virginia Cowles über diese Zeit schrieb, ist für Rezensent Ulrich Rüdenauer nicht weniger als "scharfsinnig und pointiert". Was er außerdem bemerkenswert findet: Wie aus einer Journalistin in High Heels inmitten eines Haufens männlicher Kollegen eine Kriegsberichterstatterin wurde. Der deutsche Einmarsch in Polen, die Besetzung Frankreichs, die Fliegerangriffe auf London: Rüdenauer ist begeistert zu lesen, wie Cowles in solchen Situationen Zugang zu Präsidenten und Diktatoren fand und - mal pathetisch, mal ganz sachlich, mal plastisch, mal skizzenhaft - Zeitzeugnisse schuf, die sich heute erschreckend aktuell lesen. Wenn auch spät, so Rüdenauer, wurde ein Reporterin wiederentdeckt, die ihren Kolleginnen Martha Gellhorn und Lee Miller in nichts nachstehe.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.12.2022

In Virginia Cowles' schon 1941 geschriebenen Kriegsberichten geht es nicht nur um Diktaturen, Kriege und politische Bedrohungen, sondern auch um die Entwicklung der Autorin von einer Modejournalistin hin zur Kriegsberichterstatterin, weiß Rezensentin Maximilian Mengeringhaus. Zunächst berichte Cowles aus dem spanischen Bürgerkrieg, der schon das Bewusstsein schärfe, für das, was sich in der Zukunft in Deutschland, Italien, der Sowjetunion ereignen würde. "Atmosphären äußerster Beklemmung" liest der Rezensent in diesen Berichten, auch wenn ihn ein wenig stört, dass die Autorin an Churchills Kolonialregime wenig auszusetzen hat. Er vermutet jedoch, dass ein größerer zeitlicher Abstand des Geschriebenen zu den Ereignissen eventuell korrigierend hätte wirken können. Nichtsdestoweniger sieht Mengeringhaus in diesen Texten eine akkurate, sprachlich und psychologisch sensible Darstellung der Geschehnisse, die er unbedingt weiterempfiehlt.

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