Fritz Erich Manstein, von, Roman Töppel (Hg.)
Manstein
Kriegstagebücher und Briefe 1939-1941

Brill Schöningh Verlag, Paderborn 2025
ISBN 9783506794888
Gebunden, 648 Seiten, 49,90 EUR
ISBN 9783506794888
Gebunden, 648 Seiten, 49,90 EUR
Klappentext
Erich von Manstein (1887-1973) gilt als Hitlers fähigster General, dem die Wehrmacht einige ihrer größten Erfolge verdankt. Sein Name ist bis heute verbunden mit dem Frankreichfeldzug 1940 und dem Geschehen an Brennpunkten des Kriegs gegen die Sowjetunion (Krim, Stalingrad, Kursk). Roman Töppel legt in dieser Edition die bislang unveröffentlichten privaten Kriegstagebücher und Briefe des Generals an seine Frau vor und bettet diese bedeutenden Quellen in eine umfassende Forschungsarbeit zu Mansteins Feldzügen aus den Kriegsjahren 1939-1941 ein. Dabei präsentiert er neue Erkenntnisse, die nicht selten der tradierten Geschichtsschreibung entscheidend widersprechen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2026
Rezensent Oliver Kühn lernt einiges aus diesem Buch: Es enthält kommentierte Briefe und Tagebuchaufzeichnungen Erich von Mansteins aus den Jahren 1939 bis 1941. Manstein war in dieser Zeit als Generalstabschef der Heeresgruppe A am deutschen Überfall auf Frankreich und die Beneluxstaaten beteiligt. Die Rezension beschäftigt sich hauptsächlich mit neuen Erkenntnissen zur Frage, auf wen die Änderung des Angriffsplans in diesem Westfeldzug zurückzuführen ist - zunächst war angedacht gewesen, vor allem von Norden anzugreifen, tatsächlich marschierte Deutschland dann im Süden ein. Die Aufzeichnungen Mansteins belegen nun, dass diese Änderung nicht, wie nach dem Krieg vielfach kolportiert, auf Manstein allein zurück ging; vielmehr war es Hitler selbst, der maßgeblich an dieser Entscheidung beteiligt war. Man lernt freilich laut Kühn nicht nur über militärische Fragen etwas in diesem Buch, sondern macht auch die Bekanntschaft mit einem Mann, der sich in seiner Karriere gedemütigt und übergangen fühlte, sich nur auf dem Schlachtfeld in seinem Element fühlt und die ideologischen Dimensionen des Naziprojekts nicht durchschaute. Alles in allem sehr lehrreich, meint Kühn, der auf weitere Manstein-Studien Töppels gespannt ist.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.08.2025
Eine "kleine militär- und zeitgeschichtliche Sensation" ist für den rezensierenden Historiker Konstantin Johannes Sakkas diese kritische Edition der privaten Kriegstagebücher Erich von Mansteins, Planer des Westfeldzuges und seinen Zeitgenossen zufolge "brillantester Operateur der Wehrmacht". Mit "akribischer" Quellenarbeit fördert Roman Töppel in diesem ersten Band der Reihe vor allem interessante militärgeschichtliche Aspekte zu Tage: So lernt Sakkas, dass der Sieg im Westen, der vor allem auf Mansteins Idee eines raschen Vorstoßes durch die Ardennen beruhte, durch den Generalstabschef des Heeres Franz Halder enorm gefährdet wurde. Neben diesen interessanten Einordnungen, geben die privaten Briefe, die Manstein an seine Frau schickte, Aufschluss über eine ganz andere Seite des Befehlshabers: "mein Herzlieb, ich suche dich mit den Gedanken durch die Nacht." Auch wenn nicht ganz sicher ist, inwiefern Manstein das NS-Regime aus ideologischer Überzeugung unterstützte, lässt Töppels Edition keinen Zweifel daran, dass sich Manstein schon früh "zum Komplizen eines verbrecherischen Systems" machte. Sakkas wartet jedenfalls mit Spannung auf den zweiten und dritten Band dieser Reihe!
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2025
Erich von Manstein ist einer der Wehrmachtsgeneräle, die auch in der jungen Bundesrepublik weiterhin Karriere machten, weiß Kritiker Konstantin Sakkas, der die von Historiker Roman Töppel herausgegebenen Kriegstagebücher und Briefe eher inhaltlich resümierend bespricht. Die Bände zeigen, wie Hitler und Manstein den Westfeldzug 1940 planten und was dabei nicht aufging, so Sakkas, aber auch die rassistischen Ausfälle Mansteins zeigen sich in den Briefen, ebenso die kitschige Hingabe zu seiner Frau. Der Rezensent weist noch darauf hin, dass der Nachlass zwar 1973 schon an das Bundesarchiv gegangen ist, die Briefe und Tagebücher aber erst jetzt zugänglich gemacht werden, als nächstes werden Bände folgen, die das Handeln des Generals im Krieg gegen die Sowjetunion zeigen.
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