Torsten Quidde

Friedensnobelpreisträger Ludwig Quidde

Ein Leben für Frieden und Freiheit
Berliner Wissenschaftsverlag (BWV), Berlin 2003
ISBN 9783830505426
Gebunden, 212 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Mit 37 S/W-Abbildungen. Der Lebensweg Ludwig Quiddes durchzieht vier Phasen der jüngeren deutschen Geschichte: das kaiserliche Deutschland der Jahrhundertwende, den 1. Weltkrieg, die Weimarer Republik und die Zeit des nationalsozialistischen Regimes, die Quidde, um persönlicher Verfolgung zu entgehen, im Schweizer Exil (Genf) erlebte. Quiddes hoffnungsvolle Karriere als Geschichtsprofessor brach mit seiner Aufsehen erregenden Schrift "Caligula" - einer Kampfschrift gegen Kaiser Wilhelm II. - im Jahre 1894 ab. Als Politiker und Publizist ruhte er seitdem um so weniger, sich für Demokratie und für Entfaltung der Bürgerrechte, linksliberal ausgerichtet, einzusetzen.
Davon überzeugt, dass solche Ziele letztlich nur in einer friedvollen Welt erreicht werden können, widmete Quidde sich im Schwerpunkt der nationalen und internationalen Friedenspolitik. Ausbau einer internationalen Gerichtsbarkeit, Abrüstung, Völkerbund und deutsch-französische Verständigung gehörten zum Kreis der Themen, die er frei von utopischem Beigeschmack ideenreich anging. So wurde er zur Leitfigur eines realpolitischen Pazifismus. Sein hohes Ansehen wurde im Jahre 1927 durch die Verleihung des Friedensnobelpreises unterstrichen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2004

Als "großen Friedenskämpfer" würdigt Rezensent Eberhard Kolb den Historiker und Politiker Ludwig Quidde, der 1927 den Friedensnobelpreis erhalten hatte und dennoch in Vergessenheit geriet. Umso erfreuter zeigt er sich über dieses von Torsten Quidde vorgelegte Porträt Ludwig Quiddes - ob der Autor ein Verwandter des Friedensnobelpreisträgers ist, erfährt man zum Bedauern des Rezensenten nicht. Zwar sei Quiddes Buch "kein Produkt tiefgründiger Forschung". Diese hätten andere vor ihm geleistet. Aber Kolb lobt den Text als "gefällig" und mit Empathie geschrieben. Zudem könne der Autor seine Darlegungen durch bisher unbekannte Äußerungen Quiddes in Briefen an seine Frau anreichern, die ihm vor 1933 nicht nach Berlin und nach 1933 nicht ins Genfer Exil gefolgt sei. Fazit des Rezensenten: ein Buch, das geeignet ist, "einen Lebensweg in Erinnerung zu rufen, der Respekt verdient".
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