Michael Hardt und Antonio Negri haben mit ihrer Verknüpfung von Marxscher Theorie und foucaultscher Machtanalyse in Empire eine längst fällige Diskussion angestoßen. In der Subsumption der Arbeit und der gesamten Gesellschaft unter das Kapital sehen sie eine neue Qualität heutiger Vergesellschaftung. Die verschiedenen Aspekte dieser Konzentration aufgreifend lotet der Sammelband ihre Tragfähigkeit für eine politische Neuorientierung der Linken aus. Fragen der Spinoza-Rezeption und der Geschichtsphilosophie wie des Funktionswandels der Intelligenz, Der Transformation industrieller Produktion und der geschlechtlichen Teilung der Arbeit sind dabei ebenso von zentraler Bedeutung wir das Verhältnis von Staat und Migration, Biomacht und politisch-gesellschaftlicher Souveränität und konstituierender Macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.07.2005
Nur begrüßen kann Rezensent Serhat Karakayali diesen Sammelband, der Beiträge zu einer "seriösen Auseinandersetzung" mit Michael Hardts und Toni Negris gemeinsamen Buch "Empire" zusammenstellt, Fragen und zentrale Begriffe von "Empire" und "Multitude" aufgreift und "wohlwollend bis kritisch" diskutiert. Damit setzt sich der Band positiv ab von der teils unsachlichen Kritik an "Empire", das hierzulande nach Karakayalis Ansicht "als Hype abgetan, als neoliberales Machwerk verunglimpft oder als Wahnsinn gebrandmarkt" wurde. Während die eine Hälfte der Autoren die in "Empire" verwendeten Begriffe und Theoreme eher anwende und damit ihre theoriepraktische Tauglichkeit prüfe, berichtet Karakayali, diskutiere die andere sie kritisch und kontrastiere sie mit theoretischen Alternativen. Er hebt die Aufsätze von Thomas Seibert und Frieder Otto Wolf hervor, die sich auch mit der Abwehrhaltung gegen "Empire" auseinandersetzen. Wolf plädiere für eine "konstruktive kritische Auseinandersetzung" mit Hardt und Negri, ihr Buch stelle Fragen, auf die eine zeitgemäße Politik der Emanzipation Antworten zumindest suchen müsse.
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