Aus dem Italienischen von Thomas Atzerrt. Antonio Negri entfaltet im Gespräch seine theoretischen Prämissen wie seine politische Kritik. Die Veränderung der Welt bleibt notwendig und ist möglich, so das Fazit, doch wäre es tragisch, würde eine globale gesellschaftliche Linke ihre Perspektive Sozialismus nennen, der doch historisch wie aktuell nur »ein anderes Modell für die Herrschaft des Kapitals« anzubieten weiß. Deshalb: "Goodbye".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2010
Viele schöne Anregungen für ein linkes Umdenken bot dem Rezensenten Thomas Hummitzsch dieses Buch des Neomarxisten Antonio Negri "Goodbye Mr. Socialism". Das Buch versammelt fünfzehn Gespräche Negris, die er mit dem Philosophen und Historiker Raf Valvola Scelsi über die Lage der politischen Linken seit dem Zusammenbruch des Kommunismus führte, wie der Rezensent weiß. Negri, für Hummitzsch einer der wichtigsten linken Denker, rechne hier mit den "irrationalen Dogmen" der Linken ab und prophezeie die Entstehung eines "kreativen Prekariats", das gemeinsam mit dem Proletariat, mit Studenten, Jugendlichen und Sozialhilfeempfängern gegen die das "kapitalistische Lohnregime" revoltieren wird. Die Schwachstelle des Buches sieht Hummitzsch allerdings darin, dass Negri nicht erklärt, wie sich diese neuen Bewegungen fern von politischer Bindung durchsetzen könnten.
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